Frankreich war in Südafrika nach sportlich und disziplinarisch desaströsem Auftreten nach der Vorrunde ausgeschieden. Schlimmer als Evra erwischte es danach nur Chelsea-Stürmer Nicolas Anelka, der vom Verband für 18 Spiele der «Équipe tricolore» gesperrt wurde. Jérémy Toulalan muss eine Begegnung zuschauen. Anelka hatte den ehemaligen Trainer Raymond Domenech in der Halbzeit des WM-Spiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpft. Die anderen bestraften Spieler sollen beim Trainingsboykott, mit dem die «Bleus» in Südafrika gegen den Ausschluss von Anelka protestiert hatten, eine führende Rolle gespielt haben. Die Affäre löste in Frankreich große Empörung aus, aber auch die Konsequenzen werden jetzt scharf kritisiert. Die Ex-Nationaltrainer Aimé Jacquet und Michel Hidalgo, Alt-Coach Guy Roux, der zu den beliebtesten in Frankreich zählt, sowie Ex-Nationalspieler Jean Djorkaeff und die Spielergewerkschaft UNFP beklagten in einem offenen Brief, mit den Sanktionen werde nur «Öl ins Feuer gegossen». Blanc zeigte sich davon genervt: «Hören wir endlich auf, von der Vergangenheit zu reden. Wir haben ein wichtiges Turnier vor uns», sagte der 44-Jährige in einem Radio-Interview. Er werde zunächst auf wichtige Spieler verzichten müssen, damit aber zurechtkommen. «Es gibt andere gute Spieler», versicherte der Trainer, der noch am Mittwoch den Kader für die kommenden Spiele bekanntgeben wollte.
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