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Auch Ribéry wehrt sich gegen Auswahlsperre

Paris (dpa) - 25.08.2010, 13:45 Uhr

Franck Ribéry (l) und Patrice Evra (r) wehren sich gegen ihre Sperren.
Franck Ribéry (l) und Patrice Evra (r) wehren sich gegen ihre Sperren.

Nach Patrice Evra wird auch Franck Ribéry gegen die Sanktionen des französischen Fußball-Verbandes vorgehen. Der Bayern-Star war vergangene Woche wegen der Skandale bei der WM in Südafrika für drei Länderspiele gesperrt worden.

«Ribéry wird diese Sanktion nicht akzeptieren. Wenn der Verband nicht selbst die Sache revidiert, orientieren wir uns in Richtung eines Einspruchs», sagte sein Anwalt Jean-Didier Lange der Zeitung «Le Parisien».

Lange kritisierte die Strafe: «Das ist eine solche Ungerechtigkeit und basiert zudem auf nichts Konkretem», erklärte er. Ribéry sei sogar dazu bereit, eine «weniger ungerechte» Sanktion zu akzeptieren, bei der er zum Beispiel einen Tag lang in Frankreich eine «Arbeit von allgemeinem Interesse» verrichten könne.

Evra hatte zuvor schon Einspruch gegen seine Fünf-Spiele-Sperre eingelegt. Sein Anwalt Jean-Yves Foucard meinte, sein Mandant und andere Spieler seien für ein «kollektives Versagen» individuell und unterschiedlich bestraft worden.

Der französische Fußball-Verband bestritt unterdessen eine Aussage von Foucard, wonach ein Einspruch eine aufschiebende Wirkung für die Sperren habe. Somit werden weder Evra noch Ribéry dem neuen Nationalcoach Laurent Blanc für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland am 3. September und vier Tage später in Bosnien- Herzegowina zur Verfügung stehen.


Frankreich war in Südafrika nach sportlich und disziplinarisch desaströsem Auftreten nach der Vorrunde ausgeschieden. Schlimmer als Evra erwischte es danach nur Chelsea-Stürmer Nicolas Anelka, der vom Verband für 18 Spiele der «Équipe tricolore» gesperrt wurde. Jérémy Toulalan muss eine Begegnung zuschauen.

Anelka hatte den ehemaligen Trainer Raymond Domenech in der Halbzeit des WM-Spiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpft. Die anderen bestraften Spieler sollen beim Trainingsboykott, mit dem die «Bleus» in Südafrika gegen den Ausschluss von Anelka protestiert hatten, eine führende Rolle gespielt haben.

Die Affäre löste in Frankreich große Empörung aus, aber auch die Konsequenzen werden jetzt scharf kritisiert. Die Ex-Nationaltrainer Aimé Jacquet und Michel Hidalgo, Alt-Coach Guy Roux, der zu den beliebtesten in Frankreich zählt, sowie Ex-Nationalspieler Jean Djorkaeff und die Spielergewerkschaft UNFP beklagten in einem offenen Brief, mit den Sanktionen werde nur «Öl ins Feuer gegossen».

Blanc zeigte sich davon genervt: «Hören wir endlich auf, von der Vergangenheit zu reden. Wir haben ein wichtiges Turnier vor uns», sagte der 44-Jährige in einem Radio-Interview. Er werde zunächst auf wichtige Spieler verzichten müssen, damit aber zurechtkommen. «Es gibt andere gute Spieler», versicherte der Trainer, der noch am Mittwoch den Kader für die kommenden Spiele bekanntgeben wollte.

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