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Nach Huang-Absage unsichere Liverpooler Zukunft

London (dpa) - 21.08.2010, 15:16 Uhr

Kenny Huang hat das Interesse am FC Liverpool verloren.
Kenny Huang hat das Interesse am FC Liverpool verloren.

Nach dem Rückzieher des Hongkonger Geschäftsmanns Kenny Huang beim Übernahmepoker um den Premier-League-Verein FC Liverpool steht die finanzielle Zukunft des englischen Spitzenclubs in den Sternen.

Den «Reds» liegen nach Angaben des Vereinsvorstands zwar noch weitere Gebote vor, doch ist nach Medienspekulation keines so seriös wie das von Huang und seinem Unternehmen SQL Sports. Dieses hatte den Wert des hoch verschuldeten Clubs wohl auf rund 325 Millionen Pfund (knapp 400 Millionen Euro) taxiert.

Der Chinese hatte nun offenbar die Geduld verloren. Die amerikanischen Liverpool-Eigner Tom Hicks und George Gillett haten den seit dem Frühjahr laufenden Verkauf in eine Hängepartie verwandelt. Dabei spitzt sich für Liverpool, das mit über 350 Millionen Pfund verschuldet ist, die Lage zu. Am 6. Oktober wird eine Strafzahlung von 60 Millionen Pfund fällig, sollten bis dahin nicht Kredite in Höhe von 237 Millionen Pfund an die Royal Bank of Scotland zurückgezahlt sein.

«Nach reiflicher Überlegung ziehen sich Kenny Huang und QSL Sports aus den Verkaufsverhandlungen zurück», hieß es in der Nacht zum Samstag in einer Stellungnahme, die keine Begründung für den Schritt gab. Allerdings hielt sich Huang mit dem Satz «Ich wäge nun meine weiteren Optionen ab und werde dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weiter kommentieren» eine Hintertür auf.

Verschiedene britische Medien spekulierten, Huangs Schachzug solle die übrigen Mitbewerber, darunter ein Konsortium des syrischen Geschäftsmanns Yahya Kirdi, als nicht ernstzunehmend entlarven. Im Oktober könne Huang den Verein dann sogar zu einem günstigeren Preis übernehmen.

Für die Liverpool-Fans geht damit die Hängepartie um die Zukunft ihres Vereins weiter. «Die Frustration nimmt zu, die Situation muss eher früher als später geklärt werden», erklärte die Fan-Gruppe «Spirit of Shankly» in der Tageszeitung «The Guardian». «Der Alptraum [mit den Eignern Hicks und Gillett] muss ein Ende haben.»


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