Madrid (dpa) - 21.08.2010, 14:14 Uhr
Der spanische Fußballskandal um den Erstliga-Aufsteiger Hércules Alicante bleibt ohne Folgen. Die Ermittlungen wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen sind im Sande verlaufen. Der spanische Fußballverband RFEF entschied, kein Verfahren gegen den Club einzuleiten.
Er begründete dies nach Medienberichten damit, dass dem RFEF-Disziplinarausschuss keine Beweise für die angeblichen Bestechungsversuche vorlägen.
Der Hércules-Mehrheitsaktionär Enrique Ortiz soll in der vorigen Saison versucht haben, zur Sicherung des Aufstiegs in die Primera División gegnerische Teams zu bestechen. In einem Fall soll er damit Erfolg gehabt haben. Dies war nach Presseberichten aus Telefongesprächen des Unternehmers hervorgegangen, die die Justiz abgehört hatte. Die Gerichte hielten die Aufnahmen jedoch unter Verschluss und legten den Fall zu den Akten. Nach spanischem Recht ist Schiebung im Fußball kein Straftatbestand.
Die Justiz ermunterte aber den RFEF, eigene Ermittlungen einzuleiten. Der Verband wies jedoch darauf hin, dass ihm dazu die Mittel fehlten. Hércules und dessen Vereinsboss Ortiz hatten bestritten, Gegner geschmiert zu haben. Der Aufsteiger nahm kürzlich den Stürmer Nelson Valdez vom Bundesligisten Borussia Dortmund unter Vertrag. Die Ablösesumme für den paraguayischen Nationalspieler und WM-Teilnehmer wird auf rund vier Millionen Euro geschätzt.