Türkischer Fußball-Held träumt von Olympia
Kempten (dpa) - 19.08.2010, 16:13 Uhr
Ilhan Mansiz scheiterte 2009 mit einem Comeback-Versuch beim TSV 1860 München.
Mit zerzausten Haaren, Feuer in den Augen und einem kriegerisch anmutenden Gewand tanzt Ilhan Mansiz über die Eisfläche. Der Mann, der türkische Fußballgeschichte schrieb, tut sich schwer auf dem ungewohnten Parkett, hat Mühe, seine um zwei Köpfe kleinere Partnerin hochzuheben. Doch am Ende der holprigen Darbietung spenden die Zuschauer Applaus, die Preisrichter ziehen die Note 6: Mansiz und Partnerin beenden die türkische TV-Show «Buzda Dans» als Sieger. Das war im Dezember 2007. Jetzt macht Mansiz ernst - der ehemalige Fußballprofi will als Eiskunstläufer bei den Winterspielen 2014 in Sotschi an den Start gehen. «Mein Traum ist es, in zwei Jahren die türkische Meisterschaft im Paarlauf zu gewinnen und mit etwas Glück bei Olympia zu starten», erzählte der 35 Jahre alte Mansiz kürzlich der «Allgäuer Zeitung». In seiner Allgäuer Heimat hat der gebürtige Kemptener die Olympia- Vorbereitungen aufgenommen. In Oberstdorf absolviert er mit seiner damaligen Show-Partnerin Olga Bestandigova (31) in diesem Sommer die ersten Trainingseinheiten.
Die 31-jährige Slowakin stand 2002 in Salt Lake City auf olympischem Eis und lernte Mansiz bei der türkischen Variante von «Stars auf Eis» kennen. «Mein Ziel war es, gegen mich anzutreten, und zu sehen, wie weit man kommt», erinnert sich Mansiz an die Fernseh- Show. Das damalige Preisgeld von umgerechnet 70 000 Euro spendete er der türkischen Nierenstiftung. Der Weg ins russische Sotschi ist weit, doch Mansi ist keiner, der schnell aufgibt. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea schoss er die Türkei mit drei Toren fast im Alleingang auf den dritten Platz. Sein «Golden Goal» im Viertelfinale gegen Senegal ging in die Geschichte ein. Zwei Jahre später musste der WM-Held die Fußball-Stiefel an den Nagel hängen, im Sommer 2005 wurde er von einem Auto angefahren und schwer verletzt. |