Madrid (dpa) - 17.08.2010, 13:55 Uhr
Zwei Wochen nach der Aufdeckung eines Bestechungsskandals im spanischen Fußball hat die Hauptfigur Enrique Ortiz sich erstmals öffentlich zu Wort gemeldet.
Der Mehrheitsaktionär des Erstliga-Aufsteiger Hércules Alicante bestritt den Vorwurf, in der vorigen Saison versucht zu haben, zur Sicherung des Einzugs in die Primera División gegnerische Teams zu bestechen.
«Ich habe keine Gegner geschmiert», sagte der Unternehmer der Zeitung «El Mundo» (Dienstagsausgabe). «Ob andere Clubs so etwas tun, kann ich nicht sagen.» Die spanische Justiz hatte Telefongespräche des Vereinsbosses abhören lassen. Daraus soll nach Presseberichten hervorgehen, dass Ortiz in der vorigen Saison vier Zweitliga-Rivalen von Hércules Geld bot. In einem Fall soll die versuchte Bestechung erfolgreich gewesen sein. Die Gerichte entschieden jedoch, die Aufnahmen unter Verschluss zu halten und sie nicht dem Fußballverband (RFEF) zur Verfügung zu stellen.
«Die mitgeschnittenen Gespräche sind null und nichtig», betonte Ortiz. «Sie existieren gar nicht. Das sage nicht ich, sondern das haben die Gerichte so entschieden.» Die Aufnahmen seien zudem manipuliert worden. Niemand werde seinem Club den Platz in der 1. Liga wegnehmen. «Ich bin absolut sicher, dass Hércules am 28. August im Punktspiel gegen Athletic Bilbao sein Comeback in der Primera División feiern wird.»
Die Justiz hatte den Fall zu den Akten gelegt, da Schiebung im Sport nach spanischem Recht nicht strafbar ist. Der RFEF leitete eine eigene Untersuchung ein, hat ohne die Tonbandaufnahmen aber im Grunde kaum etwas in der Hand.