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Frankreichs Meister Marseille stürzt in die Krise

Paris (dpa) - 15.08.2010, 12:25 Uhr

Marseilles Charles Kabore (l) im Duell mit Valenciennes Gregory Pujol.
Marseilles Charles Kabore (l) im Duell mit Valenciennes Gregory Pujol.

Frankreichs Fußball-Meister Olympique Marseille ist in eine Krise gestürzt. Die Schützlinge von Trainer Didier Deschamps erlitten beim FC Valenciennes eine hochverdiente 2:3 (0:0)-Schlappe und blieben damit auch nach dem zweiten Saisonspiel ohne Punktgewinn.

«OM trägt sich zu Grabe», stellte die Sportzeitung «L'Équipe» in großen Lettern auf Seite eins fest. Zu allem Übel trägt Mittelfeldstar Hatem Ben Arfa mit Boykottdrohungen und Anwanderungsplänen Unruhe ins Team. «Ich kann wirklich nicht leugnen, dass die Situation schlimm ist», räumte Deschamps ein.

OM grüßt vom vorletzten Tabellenplatz und muss sich viel Spott gefallen lassen. Vorläufiger Tabellenführer ist Stade Rennes nach dem 3:0 beim AS Nancy mit vier Punkten vor dem punktgleichen Valenciennes.

Nach der blamablen Heimschlappe gegen Neuling Caen zeigte Marseille im Stade Nungesser von Valenciennes eine ansprechende erste Halbzeit. Doch nach der Pause brach der hochgehandelte Titelverteidiger nach dem Führungstor der Hausherren durch Gaël Danic (48.) ein. Schon 14 Minuten später stand es nach Treffern von Stürmer Grégory Pujol (53. und 62.) 0:3. Die späten OM-Tore durch Taye Taiwo (82./Foulelfmeter) und David Ducourtioux (85./Eigentor) waren nichts weiter als Ergebniskosmetik. «Kein Eisatz, kein Talent - die Marseiller sind am Ende», schreibt das Fachmagazin «France Football».

Deschamps weiß, dass es «auch außerhalb des Platzes viel Negatives gibt». Gemeint sind nicht die fehlenden Verstärkungen des Champions-League-Teilnehmers, die der 41 Jahre alte Coach («Wir sind unter Zeitdruck») fordert. Deschamps spielte auf «Enfant terrible» Ben Arfa an. Der 23-Jährige, der in Valenciennes nicht dabei war und zuletzt oft die Bank drücken musste, will weg zu Newcastle und stellte jetzt ein Ultimatum: «Ich bin kein Lückebüßer. Ich habe meinen Stolz, meine Würde», teilte der Mittelfeldlenker und Nationalspieler im Interview der «L'Équipe» unmissverständlich mit, «für Marseille spiele ich nie wieder. Notfalls spiele ich überhaupt nicht mehr.»


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