Alicante (dpa) - 13.08.2010, 12:22 Uhr
Im spanischen Fußball-Skandal um den Erstliga-Aufsteiger Hércules Alicante bleiben die Tonbandaufnahmen abgehörter Telefongespräche definitiv unter Verschluss.
Nach der Entscheidung eines Berufungsgerichts in Alicante darf die Justiz ihr Beweismaterial nicht dem Fußballverband (RFEF) zur Verfügung stellen. Gegen das Urteil ist nach Medienberichten kein weiterer Einspruch möglich.
Aus den abgehörten Gesprächen soll hervorgehen, dass Alicantes Mehrheitsaktionär Enrique Ortiz in der vergangenen Saison versuchte, zur Sicherung des Aufstiegs vier Zweitliga-Rivalen zu bestechen. In einem Fall soll der Unternehmer damit Erfolg gehabt haben. Die Justiz stellte ihre Ermittlungen in dieser Sache ein, da Schiebung im Sport nach spanischem Recht nicht strafbar ist.
Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung des zuständigen Untersuchungsrichters. Dieser hatte eine Herausgabe der Tonbänder abgelehnt mit der Begründung, dass damit die Privatsphäre des Hércules-Bosses verletzt würde. Damit schwinden die Chancen des Zweitligisten Betis Sevilla, anstelle von Hércules einen Platz in der Primera División zu erhalten. Die Südspanier waren in der vergangenen Saison im Kampf um den Aufstieg knapp gescheitert.
Der RFEF leitete mittlerweile eigene Ermittlungen ein. Es ist nach Ansicht von Beobachtern jedoch sehr zweifelhaft, ob er ohne die Tonbandaufnahmen an brauchbares Beweismaterial kommt.