Ende der «Top Four»: Premier League offen wie nie
London (dpa) - 13.08.2010, 11:52 Uhr
Sir Alex Ferguson und prophezeit: «Es wird ein ganz harter Kampf um die ersten Plätze.»
Die Machtverhältnisse in der Premier League sind in Bewegung geraten. Wenn Titelverteidiger FC Chelsea gegen West Bromwich Albion in die neue Saison von Englands höchster Fußball-Spielklasse startet, ist die Frage nach dem kommenden Champion offener denn je. Denn die lange wie betoniert scheinende Herrschaft der «Top Four» mit Manchester United, Chelsea, dem FC Liverpool und dem FC Arsenal ist gebrochen. Sechs bis sieben Clubs werden reelle Meisterchancen eingeräumt. Niederlagen der Großen gegen vermeintlich Kleine häuften sich schon in der abgelaufenen Spielzeit. «Die Dinge haben sich definitiv verändert - es war eine ganz andere Liga verglichen mit dem, was vorher war», sagte «ManU»-Trainer Sir Alex Ferguson und prophezeite: «Es wird ein ganz harter Kampf um die ersten Plätze.» Arsenal-Kollege Arséne Wenger pflichtete bei: «Was in England seit letztem Jahr anders ist: Jeder kann Punkte verlieren. Dieses Mal ist es offener.»
Der FC Chelsea, der neben dem zu Bayer Leverkusen gewechselten Michael Ballack auch dem englischen Nationalspieler Joe Cole die Tür wies, untermauerte die Prognosen einer neuerdings unberechenbaren Premier League mit schlechten Ergebnissen in der Vorbereitung. Die «Blues» strapazierten die Nerven ihrer Fans mit vier Niederlagen in Serie, darunter gegen Eintracht Frankfurt und den Hamburger SV. Zuletzt zog Chelsea beim sportlich eher unbedeutenden Match um den «Community Shield» gegen Manchester United mit 1:3 den Kürzeren. «Ich mache mir keine Sorgen», erklärte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti dennoch unbekümmert. «Wir freuen uns auf die Champions League und darauf, in der Liga oben zu stehen.» Das dürfte aber nicht so einfach werden, denn die Konkurrenz lauert nur auf Schwächen des Titelverteidigers. Rekordchampion Manchester United, der am 16. August gegen Newcastle United in die Punktrunde startet, peilt 2010/2011 die vierte Meisterschaft in fünf Jahren und den historischen 19. Titel insgesamt an. Die Urgesteine Gary Neville, Paul Scholes und Ryan Giggs spielen ihre letzte Saison in Fergusons Team. |