«Sommer der Kargheit»: Englands Clubs sparen
London (dpa) - 12.08.2010, 10:33 Uhr
Manchester United hatte bereits vor der WM den Mexikaner Javier «Chicharito» Hernandez verpflichtet.
Die Premier League spart: Nach Jahren des Geld-um-sich-Werfens und sorglos eingegangener Rekordverschuldung, die Spitzenvereine wie Manchester United oder den FC Liverpool nun zunehmend einschnürt, ist vor dem Liga-Startschuss im englischen Fußball neue Bescheidenheit eingekehrt. Zwar schließt sich das Transferfenster erst Ende August, doch mit schlagzeilenträchtigen Mega-Wechseln rechnet kaum noch ein englischer Fußballfan. Den Anhängern auf der Insel schlägt zudem weiter das schlechte WM-Abschneiden der eigenen Nationalmannschaft aufs Gemüt. Die Inselclubs haben verhalten oder gar nicht eingekauft - mit Ausnahme von Manchester City. Die Sonntagszeitung «The Observer» rief bereits den «Sommer der Kargheit» aus und fand das gar nicht schlecht: «Vielleicht erscheint die gedämpfte Atmosphäre nach all dem Hype der Vergangenheit sogar als Erleichterung.»
So blieben Kaka, Messi und Co. in Spanien (wo zudem der Spitzensteuersatz nicht, wie zuletzt in Großbritannien, auf 50 Prozent erhöht wurde), und auch aus Deutschlands bei der WM brillierender Nationalelf zog es - mit Ausnahme von Hamburgs Nationalverteidiger Jerome Boateng, der schon vor der WM zu ManCity ging - keinen in die jahrelang attraktivste und populärste Fußball-Liga der Welt. Der Stuttgarter Sami Khedira gab Real Madrid den Vorzug. Nur ManCity, das der Herrscherfamilie des Golfscheichtums Abu Dhabi gehört, setzte seine beispiellose Shopping-Tour auch diesen Sommer fort. Neben Boateng (geschätzte Ablöse: 13,4 Millionen Euro) verstärkte sich das in den vergangenen beiden Jahren zusammengekaufte Starensemble von Trainer Roberto Mancini unter anderem mit dem spanischen WM-Star David Silva vom FC Valencia (29,2 Millionen), dem defensiven Mittelfeldmann Yaya Touré vom FC Barcelona (34 Millionen) und Aleksandr Kolarov von Lazio Rom (19,5 Millionen). |