Ärger um erstes Länderspiel des Weltmeisters
Madrid (dpa) - 10.08.2010, 13:57 Uhr
Spaniens Carles Puyol muss auch im Freundschaftsspiel gegen Mexiko ran.
Das erste Länderspiel des frischgebackenen Fußball-Weltmeisters Spanien hat mächtigen Ärger ausgelöst. Die Partie der Nationalelf in Mexiko am Mittwoch - genau einen Monat nach dem Gewinn des WM-Titels - passt in Spanien niemandem in den Kram. Besonders groß ist die Verärgerung beim FC Barcelona. Der spanische Meister stellt das Kerngerüst der Selección, die am 11. Juli mit einem 1:0-Sieg im Finale gegen die Niederlande die WM in Südafrika gewann. Die bei Barça unter Vertrag stehenden Weltmeister hatten bisher Urlaub gehabt und seit dem Endspiel keine Fußballschuhe mehr getragen. «Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass Spieler in die Nationalelf berufen werden, die noch im Urlaub sind», beklagte Barças Sportdirektor Andoni Zubizarreta. Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hatte - anders als Bundestrainer Joachim Löw - trotz der ungünstigen Terminlage fast alle WM-Teilnehmer in das Aufgebot für die Partie im Azteken-Stadion berufen.
Von den Barça-Spielern durfte nur der angeschlagenen Andrés Iniesta, der Schütze des Siegtors im Finale, daheimbleiben. Seine sieben Teamkameraden Víctor Valdés, Carles Puyol, Gerard Piqué, Sergio Busquets, Xavi, David Villa und Pedro wurden nominiert, obwohl sie nicht eine Trainingseinheit absolviert hatten. «Sie sind nicht einmal fit für einen Zehn-Minuten-Einsatz», meinte Zubizarreta. Einige von ihnen kamen in Ferien-Shorts und Badelatschen zum Treffpunkt des Nationalteams nach Madrid. Die Spieler selbst nahmen die Mission mit Humor. «Ich bin in den Ferien richtig dick geworden», witzelte Xavi. Busquets meinte: «Ich bin eigentlich noch im Urlaub.» |