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Hitzfeld vor Nachbarschaftsduell in Personalnot

Basel (dpa) - 10.08.2010, 11:28 Uhr

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld will die Schweiz zur EM 2012 führen.
Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld will die Schweiz zur EM 2012 führen.

Die Qualifikation seiner Schweizer für die EM 2012 hat sich Ottmar Hitzfeld wohl zur letzten Mission einer langen Trainerkarriere auserkoren. Ausgerechnet beim Test im Nachbarschaftsduell gegen Österreich in Klagenfurt muss der «Nati»-Coach auf mehrere Leistungsträger verzichten.

Der 61-Jährige sieht es gelassen: «Das ist zu diesem Zeitpunkt ganz normal», sagte Hitzfeld der Boulevard-Zeitung «Blick». Schließlich beginnt gehen jetzt auch die Schweizer Vereine in die heiße Phase der Saisonvorbereitung.

Insgesamt fünf Profis gaben Hitzfeld eine Absage, darunter auch Kapitän Alex Frei. Er zog es am 7. August vor, trotz Knöchelblessur lieber für seinen Liga-Club FC Basel zu spielen. Nun muss der Lörracher wohl oder übel improvisieren. Fans und Fachleute in der Schweiz fordern von ihm ohnehin, das Team strategisch neu aufzustellen. Mehr Offensivschwung soll in die zuweilen als «Torverhinderungsmaschine» belächelte Truppe kommen.

Freis Rückzug irritierte zwar die Schweizer Medien - nicht aber den nach dem WM-Vorrundensieg gegen Spanien als «Gottmar» gefeierten Erfolgstrainer aus Deutschland: «Es macht keinen Sinn, dass Alex (...) dabei ist, nur um die Spieler anzufeuern», sagte Hitzfeld. Dagegen grantelte Ex-Kapitän Ciriaco Sforza ganz unverhohlen gegen seinen Nachfolger. Dessen Reise nach Kärnten wäre ein «gutes Zeichen» gewesen, erklärte er dem Blatt - Freundschaftsspiel hin oder her.

Von einer prinzipiellen Einsatzmüdigkeit der eidgenössischen Profis will der ehemalige Dortmunder und Münchner Meister-Coach aber nichts wissen. Freis Verzicht auf ein Match, bei dem keine Punkte zu vergeben sind, sei abgesprochen gewesen, hieß es. Ob der Ex- Stuttgarter Hakan Yakin in der Spitze über die volle Distanz von 90 Minuten zum Einsatz kommt, ließ Hitzfeld offen: «Das werden wir sehen.»

Hitzfelds Rezept - er beschwört mehr «Mut» und eine neue «Kaltschnäuzigkeit» - ist vielen Beobachtern zu vage. Doch die Zeit für einen guten Start in die «Mission EM» drängt: Am 7. September wartet in Basel England als erster Qualifikationsgegner.


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