Mano Menezes: Start zur Mammut-Mission «Hexa»
New York (dpa) - 09.08.2010, 12:08 Uhr
Der neue Brasilianische Nationaltrainer Mano Menezes will für Furore sorgen.
Neustart nach dem WM-Fiasko: Unter Dunga-Nachfolger Mano Menezes will die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft das «Jogo bonito» von Pelé & Co. wieder aufleben lassen. Im ersten Länderspiel nach dem Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft in Südafrika soll die «Seleção» am 10. August gegen die USA aber nicht nur schön spielen. Ein Sieg ist Pflicht. «Ich mache mir keine Illusionen. Noch sind wir mit Fans und Medien in der Honeymoon-Phase. Aber eine gute Arbeit spiegelt sich auch und vor allem in Ergebnissen wider», sagte Menezes vor dem Duell mit den USA im neuen Meadowlands-Stadium von East Rutherford. Die Medien loben derweil die neue «Peace and Love»-Phase der kanariengelben Nationalelf. Der Nachfolger des stets mürrischen Carlos Dunga gibt lächelnd Autogramme, ist bislang sehr oft zu Späßen mit Fans und Journalisten aufgelegt. Eine Garantie, dass er bei der WM 2014 daheim in Brasilien noch im Amt sein werde, habe er aber nicht, räumt der Coach ein. «Dass die nächste WM bei uns stattfindet, bringt Vorteile mit sich, aber auch einen Riesendruck, darüber bin ich mir im klaren.» Der Präsident des Brasilianischen Fußball-Verbandes CBF, Ricardo Teixeira, hat die Fans bereits um Geduld gebeten. Aber auch er weiß: vor eigenem Publikum ist der Rekordweltmeister zum heiß ersehnten «Hexa», zum Gewinn des sechsten WM-Titels, regelrecht verdammt.
Bei der ersten Etappe der Operation Wiedergutmachung gegen die USA setzt Menezes nur auf vier WM-Fahrer und probt entgegen der brasilianischen Tradition der vergangenen Jahrzehnte zunächst einmal mit einem Kader, der vorrangig aus Profis besteht, die (noch) daheim in Brasilien ihr Geld verdienen. So zum Beispiel die «Meninos da Vila», die jungen Offensiv-Talente des brasilianischen Pokalsiegers FC Santos um Neymar (18 Jahre) und Ganso (20). «Ich habe ihnen gesagt, sie sollen die Sache ganz ruhig angehen. Das ist eine vielversprechende Generation», so der Trainer. Menezes will Weltmeister Spanien nacheifern und Ballkontrolle zum obersten Gebot machen. «Die spanische Spielidee überzeugt ja alle. Und wir Brasilianer gehören zu denen, die diese Idee vom Talent und Spielanlage her am ehesten kopieren können». Neben Spielkunst werde aber auch Disziplin gefragt sein, beteuert Menezes. Der Umgang der Spieler mit Twitter und Facebook bereite ihm besonders große Sorgen, gibt der Trainer unumwunden zu. Ein Verbot sei aber nicht vorgesehen. Sorgen ganz anderer Art hat US-Coach Bob Bradley. Das Erreichen des WM-Achtelfinales wurde in ganz Amerika als Erfolg gewertet und als wichtiger Schritt, Soccer in den USA populärer zu machen. Dennoch mehren sich Spekulationen, dass Bradley gegen Brasilien seine Abschiedsvorstellung geben könnte. Sein Vertrag endet im Dezember. Er selbst wäre einem Engagement in Europa ebenso wenig abgeneigt wie der US-Fußball-Verband einer Verpflichtung eines namhaften internationalen Trainers von Weltniveau.
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