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Ärger um Kaká-Verletzung: WM gefährdete Karriere

Madrid (dpa) - 06.08.2010, 20:15 Uhr

Auf Krücken gestützt verlässt Kaka das Krankenhaus in Antwerpen.
Auf Krücken gestützt verlässt Kaka das Krankenhaus in Antwerpen.

Der brasilianische Fußballstar Kaká hätte nach Ansicht des Mediziners Marc Martens mit seiner Knieverletzung bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht spielen dürfen. «Seine Profi-Karriere war ernsthaft in Gefahr», sagte der belgische Chirurg.

Martins operierte den Profi von Real Madrid im linken Knie am Meniskus. Der Mittelfeldstratege wird dem spanischen Rekordmeister vier Monate lang fehlen. «Zum Glück erfolgte der Eingriff noch gerade rechtzeitig», sagt der Arzt dem Madrider Sportblatt «Marca». In Madrid löste der Ausfall des Brasilianers Verärgerung über den brasilianischen Fußballverband und über den Spieler selbst aus.

«Marca» regte an, Real sollte dem Beispiel des FC Bayern München folgen und von Brasilien eine Entschädigung verlangen. Der deutsche Meister will die Niederlande zur Kasse bitten, weil das Oranje-Team den Bayern-Profi Arjen Robben bei der WM trotz einer Verletzung eingesetzt hatte.

Die Zwangspause von Kaká ließ in Spanien Spekulationen aufkommen, Real könnte nun ein neues Interesse an dem deutschen Nationalspieler Mesut Özil von Werder Bremen bekommen. «Marca» und das Konkurrenzblatt «As» berichteten, die «Königlichen» könnten einen neuen Versuch starten, Özil als Ersatz für Kaká zu verpflichten. Der Bremer war schon vorher mit Real in Verbindung gebracht worden. Özil hatte solchen Spekulationen jedoch am vorigen Wochenende den Boden entzogen und erklärt, er werde bis zum Saisonende in Bremen bleiben und seinen bis 2011 laufenden Vertrag erfüllen.

In Madrid wurden derweil auch Vorwürfe gegen Kaká selbst laut. Der Brasilianer musste sich vorhalten lassen, nach dem Ausscheiden seines Teams bei der WM in den Urlaub gefahren zu sein und Reals Vereinsärzten die Knieverletzung verschwiegen zu haben. Damit habe man einen Monat Zeit verloren. Der «As»-Chefredakteur Alfredo Relaño, einer der renommiertesten Sportjournalisten in Spanien, bezeichnete das Verhalten des Brasilianers als «unaufrichtig und verantwortungslos.»

Kaká war vor einem Jahr für eine Ablösesumme von 65 Millionen Euro vom AC Mailand zu Real gewechselt. Damit ist er der drittteuerste Profi der Fußballgeschichte, hinter Cristiano Ronaldo (94 Millionen Euro) und Zinédine Zidane (75). Aufgrund ständiger Leistenbeschwerden und anderer Verletzungen musste er bereits in der vorigen Saison häufig pausieren. Manche Real-Fans sehen in dem Brasilianer einen «gigantischen Fehleinkauf».


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