Benzema trotz Sex-Affäre im Aufgebot der «Bleus»
Paris (dpa) - 05.08.2010, 13:30 Uhr
Frankreich-Coach Laurent Blanc hofft auf einen guten Einstand.
Laurent Blanc hat in seiner ersten Amtshandlung für einen Paukenschlag gesorgt. Frankreichs neuer Fußball-Nationaltrainer ignorierte die Empfehlung der Regierung in Paris und berief Karim Benzema in den Kader für das Länderspiel der «Bleus» am 11. August in Oslo gegen Norwegen. Dabei hatte sich Sportministerin Roselyn Bachelot mehrfach gegen eine Berufung des Angreifers von Real Madrid ausgesprochen, gegen den ein Verfahren wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten eingeleitet worden war. Die Bekanntgabe des Kaders mit Rückkehrer Benzema eineinhalb Monate nach dem Fiasko der «Équipe tricolore» bei der WM in Südafrika war auch eine gute Nachricht für Bayern-Star Franck Ribéry, der wegen der Rotlicht-Affäre ebenfalls am Pranger steht. In Oslo ist Ribéry aus anderen Gründen nicht dabei. Blanc verzichtete wie angekündigt im ersten Länderspiel der Saison auf die 23 Mitglieder des WM-Kaders. Ribéry könnte aber schon beim ersten Spiel der EM-Qualifikation am 3. September gegen Weißrussland wieder auflaufen.
Auf die Frage eines Journalisten, warum er die Regierung «herausgefordert» und Benzema berufen habe, sagte Blanc: «Jeder hat seine Meinung, man muss alle respektieren. Aber ich habe meine Verantwortung als Trainer.» Benzema sei zur Zeit nicht in bester körperlicher und mentaler Verfassung, könne in Zukunft aber zum Kern des neuen französischen Nationalteams gehören. Das private Leben seiner Profis interessiere ihn überhaupt nicht, sagte der Mann, der wegen seiner Autorität «Le Président» genannt wird. Neben dem 22-jährigen Wahl-Spanier berief Blanc andere Jungstars, die in Südafrika nicht mit von der Partie waren wie Stürmer Jérémy Ménez (23/AS Rom) oder die talentierten offensiven Mittelfeldspieler Samir Nasri (23) vom FC Arsenal und Hatem Ben Arfa (23) von Meister Olympique Marseille. Blancs erster Kader ist eine wahre «Greenhorn- Truppe». Nicht weniger als 13 der Nominierten, darunter die beiden Torhüter Stéphane Ruffier und Nicolas Douchez, haben noch nicht eine Minute das Nationaltrikot getragen. |