Nicht unwesentlich in der Entscheidungsfindung sei auch die Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw gewesen. «Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, das mein Vertrauen gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten», sagte Zwanziger. «Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch unserer Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt», erklärte Löw, Teammanager Oliver Bierhoff lobte die «gute Nachricht». «Viele neue Ideen hat er unterstützt und dabei wichtige Weichen gestellt», so Bierhoff. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) freut sich ebenfalls über Zwanzigers Weitermachen. «Der Liga-Verband begrüßt den Wunsch nach einer weiteren Amtszeit ausdrücklich», sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Seine zentrale Aufgabe sieht Zwanziger im zuletzt forcierten gesellschaftlichen Engagement des Verbandes. «Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen», meinte der DFB-Chef. Die Themen Integration, Prävention, Gleichberechtigung und Umweltschutz würden immer mehr an Gewicht gewinnen. So soll auf dem Bundestag in Essen erstmals ein Nachhaltigkeitskonzept vorgestellt werden. Allerdings droht Zwanziger noch Ungemach im Schiedsrichter- Skandal: Kempter hatte im Februar Amerell der sexuellen Nötigung bezichtigt, die der Beschuldigte stets bestritten hat. Zwanzigers Aufklärungsarbeit wurde heftig kritisiert. Ihm wurde vorgehalten, er fahre einen Zickzack-Kurs und habe sich allzu schnell auf die Seite Kempters geschlagen. Mit der Affäre beschäftigte sich auch das DFB-Präsidium. Amerells Anwalt Jürgen Langer hatte jedem der 19 Präsidiumsmitglieder einen 24 Seiten langen Schriftsatz zukommen lassen, mit der Aufforderung, die Schadenersatzansprüche seines Mandanten gegen den Verband bis zum 2. August anzuerkennen. Dies wurde von den Funktionären abgelehnt. Gegen Kempter hat der Anwalt vor dem Amtsgericht Hechingen wegen übler Nachrede und Verleumdung bereits Klage erhoben. Der inzwischen von der FIFA-Liste gestrichene Kempter hatte im Februar angezeigt, der 63-jährige Amerell habe ihn und andere Schiedsrichter sexuell genötigt. Langer beklagt, dass Amerell entgegen den Statuten «zu keiner Zeit das ihm zustehende rechtliche Gehör gewährt worden ist». Der DFB hätte «erheblichen Schaden von ihm abwenden können».
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