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Nach Rauswurf: Maradona schweigt

Buenos Aires (dpa) - 28.07.2010, 09:14 Uhr

Das Festhalten an seinen Assistenten Enrique (r) und Mancusso (l) hat Maradona den Job gekostet.
Das Festhalten an seinen Assistenten Enrique (r) und Mancusso (l) hat Maradona den Job gekostet.

Während sich Diego Maradona nach seinem Rauswurf als argentinischer Nationalcoach in Schweigen hüllt, kocht die Gerüchteküche über. Gleich vier Namen möglicher Nachfolger werden gehandelt:

Die besten Chancen soll dabei der Trainer des Erstligaclubs Estudiantes de la Plata, Alejandro Sabella, haben. Er gilt als besonnen und medienscheu, ein echter Anti-Diego. Außerdem sei er Favorit des mächtigen Präsidenten des nationalen Verbandes AFA, Julio Grondona, schrieb die Sportzeitung «Olé». Grondona meinte jedoch seelenruhig: «Nachfolger? Damit eilt es nicht».

Nur wenige Minuten zuvor hatte er am 27. Juli Maradona ohne mit der Wimper zu zucken abserviert. Das Exekutivkomitee der AFA, das in der Regel immer tut, was Grondona will, lehnte einstimmig eine Vertragsverlängerung für die «Hand Gottes» ab. Grondona vermied damit eine förmliche Entlassung Maradonas, indem er ihm wiederholt eine Vertragsverlängerung in Aussicht stellte, diese aber mit der Bedingung verknüpfte, Maradona müsse den Großteil seiner Mitarbeiter austauschen.

Maradona mit seinem übergroßen Ego lief direkt in die Falle, verweigerte empört auch nur die Auswechselung von Hilfskräften und wurde vor die Tür gesetzt. Grondona meinte denn auch lächelnd: «Hier ist keiner rausgeschmissen worden». Auf die Frage nach seinem Verhältnis zu Maradona antwortete er: «Mit dem ist im Augenblick nicht gut zu sprechen».

Eine Gruppe Demonstranten hatte zuvor vor dem Gebäude der AFA gegen Grondona demonstriert und an die Wand geschrieben: «Grondona, Gegner des Volkes». Einer Internetumfrage zufolge will eine Mehrheit der Argentinier am liebsten den erfolgreichsten argentinischen Trainer der vergangenen Jahre, den Ex-Trainer von Boca Juniors, Carlos Bianchi, als neuen Nationalcoach. Der aber kann Grondona nicht ausstehen und hat schon früher Angebote Grondonas abgelehnt.


Etwas überraschend kam auch der Trainer von Racing, Miguel Angel Russo, ins Gespräch. Sowohl als früherer Spieler als auch als heutiger Trainer gilt er eher als Mittelmaß. Der Ex-Trainer von River Plate, Diego Simeone, ist auch noch im Spiel. Allerdings galt seine Berufung als eher unwahrscheinlich.

Zum Interimstrainer wurde der Trainer der U 20, Sergio Batista, bestellt. Auch das eine weitere Demütigung für Maradona: Batista ist sein Intimfeind. Batista betreut die Nationalelf damit im Freundschaftsspiel gegen Irland am 11. August in Dublin. 18 Spieler habe «freundlicherweise» noch Maradona kurz vor seinem Vertragsende aufgelistet, sechs weitere habe die AFA «für alle Fälle» hinzugefügt, sagte Grondona.

Die Spielerliste:

Tor: Sergio Romero (AZ Alkmaar), Mariano Andújar (Catania).

Verteidigung: Gabriel Heinze (Olympique Marsella), Martín Demichelis (Bayern München), Walter Samuel (Inter), Nicolás Burdisso (Inter), Fabricio Coloccini (Newcastle United), Pablo Zabaleta (Manchester City), Emiliano Insúa (Fiorentina).

Mittelfeld: Javier Mascherano (Liverpool), Maximiliano Rodríguez (Liverpool), Angel Di María (Real Madrid), Javier Pastore (Palermo), Fernando Gago (Real Madrid), Jonás Gutiérrez (Newcastle), Ever Banega (Valencia), Mario Bolatti (Fiorentina), Jesús Dátolo (Espanyol).

Sturm: Lionel Messi (Barcelona), Gonzalo Higuaín (Real Madrid), Sergio Agüero (Atlético Madrid), Diego Milito (Inter), Ezequiel Lavezzi (Napoli) und Carlos Tevez (Manchester United).

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