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Maradona: Fußball-Ikone mit übergroßem Ego

Buenos Aires (dpa) - 28.07.2010, 08:55 Uhr

Diego Maradona beantwortet 2009 bei einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten.
Diego Maradona beantwortet 2009 bei einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten.

Wenn es eine Konstante im Leben von Diego Armando Maradona gibt, dann ist das sein sprunghaftes Wesen und sein übergroßes Ego. Verehrt wird er für seine genialen Erfolge als vielleicht bester Fußballspieler aller Zeiten.

Als was er nicht schon alles bezeichnet wurde: «Genie», «Goldjunge», «Fußballgott». Das Ego des Mannes aus ärmsten Verhältnissen ist dabei immer größer geworden. Aber wohl auch immer empfindlicher. «Wenn sie an den Zeugwart ran wollen, wenn sie an den Masseur ran wollen, bin ich weg», verkündete Maradona in der für ihn typischen - etwas herrischen und zugleich unsicher wirkenden - Art. Dem allmächtigen Chef des argentinischen Fußballverbandes AFA, Julio Grondona, der ihn dem Vernehmen nach loswerden wollte, lieferte er damit die perfekte Steilvorlage, um ihn aus dem Amt des Nationaltrainers zu kippen.

Aber so genial Maradona auch am Ball war, im Leben außerhalb der Stadien dribbelte er sich immer wieder ins Abseits. Neben allen Drogeneskapaden scheiterte er auch als TV-Moderator, als Trainer nationaler Clubs und wurde zeitweise nur noch als Kokain-Junkie angesehen. Nicht verwunderlich, dass die fußballverrückte Nation Argentinien von Anfang an eher mit gemischten Gefühlen auf die Berufung der «Hand Gottes» auf den Posten des Cheftrainers der Nationalelf reagierte. Am liebsten wäre den Fans der «Albiceleste» schon damals ein seriöserer und vor allem erfahrenerer Kandidat wie zum Beispiel Carlos Bianchi gewesen. Der aber pflegt eine Todfeindschaft mit Grondona.

Als Trainer hatte der frühere Star von Boca Juniors, des SSC Neapel und des FC Barcelona vor der Übernahme des wichtigsten Fußballamtes des Landes nicht viel vorzuweisen. Mehrmals versuchte sich Maradona erfolglos bei argentinischen Zweitligisten. Am schlimmsten war es 1995 beim Traditionsclub Racing. Dort ließ er sich praktisch nie auf der Trainerbank sehen, tauchte ab und wurde Wochen später vom Drogenkonsum arg mitgenommen in einem Mittelklassehotel gefunden.

Maradonas Leben dreht sich nur um Fußball. Schon im Alter von neun Jahren wurde der am 30. Oktober 1960 in einem Armenviertel am Rande der Millionenmetropole Buenos Aires geborene «Goldjunge» für den Profi-Fußball entdeckt. Mit 16 debütierte er im Nationalteam, neun Jahre später führte er die «Albiceleste» in Mexiko zum zweiten WM-Titel. Dabei schoss er im Viertelfinale gegen England erst das 1:0 mit «der Hand Gottes». Den zweiten Treffer erzielte er nach einem atemberaubenden Dribbling über den halben Platz. Nach 91 Länderspielen sagte er schließlich adios.

Genialität und Größenwahn, glänzende Siege und bittere Pleiten, sportliche Höchstleistungen, Kokain- und Alkoholexzesse, von den Medien einmal voreilig für tot erklärt, dann WM-Hoffnungsträger eines ganzen Volkes, jetzt arbeitsloser Ex-Trainer - immer geht es mit Maradona in atemberaubender Fahrt auf und ab. «Ich glaube, er hält sich für einen Gott, und das könnte einer der Gründe für seine Probleme sein», sagte der Leiter der Klinik Güemes in Buenos Aires, Héctor Pezzella, wo er 2007 in Behandlung war.


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