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Adios Diego: Maradona-Aus in Argentinien

Buenos Aires (dpa) - 27.07.2010, 23:28 Uhr

Maradona steht bei der WM zwischen seinen Assistenten Enrique (r) und Mancusso (l).
Maradona steht bei der WM zwischen seinen Assistenten Enrique (r) und Mancusso (l).

Adios Diego Maradona - nach nicht mal zwei Jahren ist das Trainerexperiment mit der argentinischen Fußball-Legende beendet. Der nationale Verband ließ sich nicht auf die Forderungen des 49-Jährigen ein.

AFA-Sprecher Cherquis Bialo verkündete das Ende der Zusammenarbeit im Anschluss an eine Sitzung des Exekutivkomitees - 24 Tage nach dem bitteren WM-Aus in Südafrika durch das 0:4 im Viertelfinale gegen Deutschland. Das Exekutivkomitee des Verbandes sei von AFA-Chef Julio Grondona informiert worden und alle 18 Mitglieder hätten daraufhin «einstimmig» beschlossen, den am 31. Juli auslaufenden Vertrag Maradonas nicht zu verlängern, sagte Bialo.

Schon vor dem offiziellen Statement kursierten die Namen von potenziellen Nachfolgern. Das Sportblatt «Olé» titelte die «Liste der Retter». Schließlich steht bereits am 11. August in Irland das erste Testspiel nach der WM auf dem Programm. Dabei wird der bisherige Trainer der U 20, Sergio Batista, die Nationalelf betreuen, sagte Bialo. Allerdings nur als Interimscoach. Am 7. September empfängt Argentinien dann sogar Weltmeister Spanien. Wer auch immer Nachfolger Maradonas wird: Er muss die Argentinier zur WM im Land des Erzrivalen Brasilien 2014 führen.

Maradona wird die Mission «WM-Titel» nicht mehr in Angriff nehmen. Zum 48. Geburtstag hatte er den Posten im Oktober 2008 übernommen - ohne Trainerschein und praktisch ohne jegliche Erfahrung. Schon damals wurden Zweifel laut. Und sie hielten sich hartnäckig. Maradona musste sich immer wieder kritische Fragen nach möglichen taktischen Defiziten gefallen lassen. Nach der nur mühsam geschafften Qualifikation für Südafrika beleidigte er dann anwesende Journalisten vor laufenden Kameras aufs Übelste. Der Weltverband FIFA sperrte ihn dafür wochenlang, Maradona wurde sogar zur unerwünschten Person bei der Endrunden-Auslosung erklärt.

Spätestens in Südafrika schien dann die Wende gekommen zu sein. Nach dem überzeugenden Testspielsieg im März gegen Deutschland heimste Maradona mit seinem Team um Weltfußballer Lionel Messi einen Sieg nach dem anderen ein. Die Genugtuung war spürbar, die Lebensfreude sichtbar. Bis Deutschland kam. Nach der Rückreise nach Buenos Aires sprach Maradona bereits davon, dass sich ein Kreis schließe. Doch festlegen wollte sich der Exzentriker nicht, der bei der WM mit seinen Knutschattacken immer wieder auf sich aufmerksam gemacht hatte und mit seinem Team bei der Ankunft in Buenos Aires von Zehntausenden Fans gefeiert worden war.


Selbst die Rückendeckung durch die argentinische Regierung soll für Maradona in den vergangenen Tagen schwächer geworden sein. «Die Regierung nimmt Abstand», titelte das Blatt «La Nacion» und zitierte den Stabschef, der vergeblich versucht haben will, Maradona nach der Rückkehr zu erreichen.

Die Fortsetzung des Engagements scheiterte vor allem an Maradonas Bedingungen. «Wenn sie an den Zeugwart ran wollen, wenn sie an den Masseur ran wollen, bin ich weg», hatte er schon vor dem entscheidenden Treffen mit Grondona am 26. Juli verlauten lassen. Dem Vernehmen nach hatte es der Verbandschef aber vor allem auf Maradonas Assistenten, Kumpel Alejandro Mancuso und Ex- Nationalmannschaftskollege Héctor Enrique, abgesehen.

Zum Unwillen der «Hand Gottes», für die die Daumen nun nach unten zeigten. Auch wenn ein Verbandssprecher von einem herzlichen Gespräch zwischen den beiden Hauptdarstellern der wochenlangen Schauspiels gesprochen hatte - einigen konnten sich der eigenwillige Maradona und der mächtige Grondona nicht. Helden wollte er schaffen, hatte Maradona vor der WM angekündigt. Nun, nach 630 Tage ist er aber selbst gefallen. Wieder einmal.

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