Zagreb (dpa) - 26.07.2010, 13:45 Uhr
Das kroatische Pokalfinale 2009 zwischen Dinamo Zagreb und Hajduk Split (3:0) soll nach Medienberichten manipuliert worden sein.
Der Schiedsrichter der Partie habe im Auftrag der Wettmafia dazu beigetragen, berichteten drei Zeitungen übereinstimmend in Zagreb. Anstifter des Betruges soll Ante S. aus Berlin sein.
«Sportske novosti» veröffentlichte einen «Ermittlungsbericht» der Bochumer Staatsanwaltschaft vom 8. Juni 2009, der sich auf abgehörte Handygespräche und abgefangene SMS-Nachrichten der Wettmafia stützt. Darin wird beschrieben, wie S. den Referee für dieses Spiel einteilen ließ. Der Schiedsrichter soll für seine Hilfe «möglicherweise mehrere tausend Euro» kassiert haben, heißt es in dem Bericht.
Im Hinspiel des Finales am 13. Mai 2009 hatte der Referee bereits in der ersten Halbzeit zwei Hajduk-Spieler vom Platz gestellt und der Zagreber Mannschaft einen Elfmeter zugesprochen. Anstifter S., der durch dieses Spiel allein in Asien 1,4 Millionen Euro verdient haben soll, sei sich seiner Sache absolut sicher gewesen. «Wenn Hajduk 20 Tore macht, machen die anderen 22. Das ist sicher», soll er einem Komplizen in Aussicht gestellt haben.
Beim Engagement des Schiedsrichters hat nach Darstellung der Bochumer Strafermittler der Bruder des stellvertretenden Dinamo-Präsidenten Zdravko Mamic geholfen. Mamic gilt als mächtigster Mann im kroatischen Fußball. Der Bruder sei vor zwei Wochen von der Staatsanwaltschaft Bochum vernommen worden und habe alles abgestritten, schrieb «Sportske novosti».