Ministerin zu Sex-Affäre: Bleus ohne Ribéry
Paris (dpa) - 22.07.2010, 21:26 Uhr
Bayern Münchens Starspieler Franck Ribery steht im Fokus der Staatsanwaltschaft.
Die Skandale um Franck Ribéry und die französische Fußball-Nationalmannschaft bleiben in der «Grande Nation» trotz aller Warnungen des Weltverbandes FIFA weiter Regierungssache. Nachdem Staatspräsident Nicolas Sarkozy und seine Minister sich bereits in die Aufarbeitung der WM-Blamage der «Bleus» eingemischt hatten, redet Paris jetzt auch in die berüchtigte Rotlicht-Affäre hinein. Sportministerin Roselyn Bachelot sprach sich für eine zumindest vorläufige Verbannung von FC Bayern-Star Ribéry und von Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema aus der Nationalelf aus. Die juristische Situation von Ribéry und Benzema sei «mit einem Einsatz im französischen Nationalteam schwer vereinbar», sagte Bachelot in Paris. Gegen Ribéry und Benzema war in Frankreich ein Anklageverfahren wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten eingeleitet worden. Den beiden Stars droht zu Hause eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.
Die FIFA hatte Paris bereits im Juni vor einer Einmischung der Politik in sportliche Belange gewarnt. «In Frankreich haben sie eine Staatsaffäre aus dem Fußball gemacht, aber der Fußball gehört in die Hände der Verbände», meinte FIFA-Präsident Joseph Blatter während der WM. Er drohte mit einer Suspendierung des Verbandes. Ribéry wehrt sich unterdessen gegen einen möglichen Ausschluss aus der französischen Nationalelf. Man dürfe den 27-Jährigen durch einen Ausschluss aus den «Bleus» nicht vorverurteilen, forderte die Anwältin des Profis, Sophie Battai. |