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Trotz Sex-Affäre: Bayern erwartet Ribéry zurück

21.07.2010, 11:34 Uhr

Franck Ribéry hat derzeit andere Sorgen als nur Fußball.
Franck Ribéry hat derzeit andere Sorgen als nur Fußball.

Riva del Garda (dpa) - Auch nach dem Anklageverfahren der französischen Justiz gegen Franck Ribéry erwartet der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern seinen Star am Sonntag zurück in München.

«Ich hoffe, dass er so schnell wie möglich ins Mannschaftstraining einsteigen kann und sich das leidige Thema bald erledigt hat», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger im italienischen Arco. Der Termin für Ribérys Vernehmung wegen seiner Sex-Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten sei dem Club lange bekannt gewesen. Man sei stets informiert gewesen, betonte Nerlinger am Rande des Trainingsplatzes.

Am Dienstagabend hatte die französische Justiz ein Anklageverfahren gegen den 27 Jahre alten Mittelfeldakteur eingeleitet. Der Franzose hatte eingeräumt, im vergangenen Jahr bezahlten Sex mit der jungen Frau gehabt zu haben. Er beteuert aber, seinerzeit das Alter der damals 17-Jährigen nicht gekannt zu haben. Die Frau hatte Ribérys Darstellung bestätigt.

Ribéry reagierte erschüttert auf das Anklageverfahren gegen ihn. «Er ist bestürzt», sagte seine Anwältin Sophie Bottai in Paris. Die Entscheidung der französischen Justiz sei ungerechtfertigt. Man frage sich, ob Ribéry auf diese Weise nicht als Sündenbock für die Blamage der französischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika zahlen solle, sagte Bottai dem Radiosender «Europe 1». Sie will nach eigenen Worten einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens stellen.

In der Rotlicht-Affäre um die «Équipe tricolore» hatte Untersuchungsrichter Yves Dando die Eröffnung eines Anklageverfahrens gegen Ribéry und auch gegen Real Madrids Stürmer Karim Benzema beschlossen. Die beiden Spieler wurden am Dienstagnachmittag auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie rund sieben Stunden im Polizeigewahrsam waren und verhört wurden.


Nerlinger betrachtet das Thema als «in Frankreich hochgekocht». Das seien Nachwehen der WM, bei der der Weltmeister von 1998 peinlich in der Vorrunde gescheitert war. «Massiv» dränge die Politik in den Fußball, teilweise gar polemisch, meinte der Sportdirektor. Daher sei das in Frankreich ein brisantes Thema, und die Wellen schwappten nach Deutschland rüber. Nach dem WM-Aus hatte sich sogar Staatspräsident Nicolas Sarkozy eingeschaltet und Starstürmer Thierry Henry zu einem klärenden Gespräch empfangen.

Seit Monaten hält der deutsche Fußball-Rekordmeister in dieser Affäre demonstrativ zu seinem Schützling. Auch damit dürften die Bayern seinerzeit bei der Vertragsverlängerung Ribérys bis 2015 gepunktet hatte. Derzeit bereitet sich der Flügelflitzer in Frankreich unter Anleitung von Bayern-Personal nach seinen Leistenoperationen auf die Rückkehr ins Training des Double-Gewinners vor.

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