Johannesburg (dpa) - 11.07.2010, 15:26 Uhr
Bewerbungschef Frank Lowy rechnet nach den Bestechungsvorwürfen gegen Australiens WM-Kandidatur mit einem Freispruch durch die FIFA. «Unsere Absichten waren gute. Wir haben nicht gegen Regeln verstoßen», sagte Lowy kurz vor dem WM-Finale in Johannesburg.
Die Ethikkommission des Fußball- Weltverbandes untersucht derzeit die Übergabe von Geschenken an Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees. Diese sollen von den Australiern Schmuck erhalten sowie Reisekosten ersetzt bekommen haben. «Haben wir Schaden angerichtet? Gut, es hat uns keinen Vorteil gebracht», bewertete Lowy die vermeintliche Bestechung.
Die FIFA hatte die Untersuchungen im vergangenen Monat aufgenommen, nachdem eine australische Zeitung über den Vorgang berichtet hatte. Die Australier argumentieren, die mit Perlen besetzten Manschettenknöpfe bereits im Mai 2008 an die FIFA-Funktionäre verteilt zu haben - und damit vor dem offiziellen Start der Bewerbung. WM-Kandidaten dürfen nach den FIFA-Regeln nur «symbolische Geschenke» verteilen.
Australien kandidiert für die WM-Gastgeberrolle 2022. Konkurrenten sind die USA, Japan, Südkorea, Katar und Indonesien sowie die europäischen Kandidaten England, Russland, Spanien/Portugal und Niederlande/Belgien. Ursprünglich wollte man sich «down under» auch für die WM 2018 bewerben. Nach Signalen der FIFA, dass dieses Turnier in Europa stattfinden soll, konzentriert man sich nun auf 2022. Das FIFA-Exekutivkomitee, dem auch Franz Beckenbauer angehört, entscheidet am 2. Dezember in Zürich über die Gastgeber der WM- Turniere 2018 und 2022.