Auch beim Ausbau der Infrastruktur steht das fünftgrößte Land der Welt vor gewaltigen Herausforderungen. Zwar richtete Brasilien schon einmal eine WM aus. Aber das war 1950 und taugt wenig als Erfahrungsschatz. Zudem denkt auch keiner gern daran zurück in Brasilien, denn damals unterlag die Seleção in Rios Maracanã-Stadion vor 200 000 Zuschauern im entscheidenden Spiel Uruguay mit 1:2. Bis heute ein nationales Trauma. 2014 geht Brasilien voraussichtlich mit zwölf WM-Stadien an den Start, zwei mehr als in Südafrika. Einige Bauten müssen nach der Fristen-Vorgabe des Fußballweltverbandes FIFA schon Ende 2012 fertig sein, denn ein Jahr später findet in Brasilien der Confederations Cup statt. Riesige Investitionssummen locken Wirtschaftsdelegationen aus allen Ländern mit oder ohne Ministerbegleitung nach Brasília, Rio de Janeiro und São Paulo. Stadien müssen gebaut oder modernisiert, U-Bahn- und Bussysteme erweitert und Flughäfen ausgebaut werden. Einige Schätzungen gehen von Investitionen von mehr als 100 Milliarden Reais (45 Mrd. Euro) aus. Die WM-Planer zerbrechen sich vor allem den Kopf über die Logistik. Brasilien ist siebenmal so groß wie Südafrika und die Entfernungen zwischen den einzelnen Stadien in Brasília, Manaus, Curitiba, Recife oder Rio sind nur auf dem Luftweg zu bewältigen. «Wir wissen, was die großen Probleme sind: Flughafen, Flughafen, Flughafen», sagte CBF-Chef Teixeira. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, hat Brasilien jetzt noch 1431 Tage Zeit. Dann wird die 20. WM angepfiffen.
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