«Es gibt noch viel zu tun», sagt der polnische Cheforganisator Adam Olkowicz deshalb. Vor allem das Hooligan-Problem bringt ihn nach wie vor um den Schlaf. Mitte Juni verschärfte das Parlament ein weiteres Mal die Vorschriften gegen die Stadion-Rowdys. So drohen nun bei Verletzung des Stadionverbots bis zu zwei Jahre Haft. Trotz allem Optimismus gibt es auch in der Ukraine nach wie vor Probleme. Nun ist Charkow im Osten in den Fokus der UEFA geraten. Zum einen fehlen die von der UEFA angeforderten Trainingsplätze der Mannschaften, zum anderen hält seit Wochen ein Streit über die Bebauung des Stadtparks die Öffentlichkeit in Atem. Die Vorbereitungen auf das Turnier werden aber sichtbar. So tauchen in Kiew immer mehr Hinweisschilder in englischer Sprache auf. Nach den Sommerferien starten die Kurse für die freiwilligen Helfer. Allein in der Hauptstadt werden etwa 2000 sogenannte Volunteers gebraucht. Sie lernen neben Englisch auch den Umgang mit internationalen Gästen und Krisenmanagement. Um das Turnier stemmen zu können, hat die nahezu bankrotte Ukraine immer wieder Millionengelder freigegeben. Damit auch möglichst viele Ukrainer die Spiele live im Stadion sehen können, verzichtet die Regierung auf die Mehrwertsteuer für Eintrittskarten. Außerdem sollen Kinder, Behinderte und Rentner Tickets zu günstigen Preisen erhalten. Beobachter sind aber gespannt, ob die guten Vorsätze angesichts der grassierenden Korruption auch wirklich eingehalten werden können. Die polnischen Verantwortlichen haben unterdessen die WM in Südafrika genau beobachtet. «Wir haben eine Menge gelernt», sagt Organisationschef Olkowicz. Nur in sportlicher Hinsicht gibt es vorerst wenig Grund zum Optimismus. Ihr letztes Spiel hat die polnische Nationalelf mit 0:6 gegen Spanien verloren.
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