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Kempes pro Maradona - Präsidentin ist «stolz»

Buenos Aires (dpa) - 06.07.2010, 14:07 Uhr

Mit der Sonnenbrille seiner Töchter hätte Diego Maradona seine verweinten Augen verbergen können.
Mit der Sonnenbrille seiner Töchter hätte Diego Maradona seine verweinten Augen verbergen können.

Argentinien wartet auf ein klares Zeichen der «Hand Gottes». Obwohl Diego Maradona seinen Rücktritt schon angedeutet hat («Meine Zeit ist abgelaufen»), herrscht weiter Unklarheit über die Zukunft des argentinischen Fußball-Nationaltrainers.

An Rückendeckung mangelt es dem 49-Jährigen nicht, der monatelang heftig in der Kritik gestanden hatte. «Er muss bleiben», sagte Ex-Weltmeister Mario Kempes der Nachrichtenagentur dpa. Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner ist «stolz» auf das Team von Maradona - trotz der Viertelfinal-Niederlage und 0:4-Demütigung gegen Deutschland.

Sie spreche wohl für die Mehrheit der Argentinier, «dass wir ihm dankbar sind», meinte die Präsidentin. Kein anderer Argentinier habe auf dem Platz so viel Freude bereitet. Zur Belohnung lud sie das gesamte Team bereits zum Regierungssitz ein. Das hatte sie Maradona, der mit seinem Team begeistert in Buenos Aires von über 20 000 Fans empfangen worden war, bereits nach dem K.o. am Telefon sagen wollen. Er habe aber nicht reden können, weil er geweint habe.

Und nun? Don't Cry for Diego? «Ich habe alles gegeben, jetzt will ich mich der Familie widmen», war Maradona in der Zeitung «Crónica» zitiert worden. Doch waren es vor allem auch seine beiden Töchter, die ihn überhaupt erst dazu brachten, das Amt im Oktober 2008 zum 48. Geburtstag zu übernehmen. Als sie ihm jüngst zum Vatertag eine schmucke Designer-Sonnenbrille schenkten, führte sie der ebenso stolze wie exzentrische Papa gleich der versammelten Weltpresse in Südafrika vor.

«Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass er aufhört, nachdem er das Ziel WM-Titel nicht erreicht hat», meinte Maradonas Co-Trainer und Kumpel Alejandro Mancuso bei Radio del Plata. Deutlich machte auch er, dass die Entscheidung einzig bei Maradona liegt. Und diese überlässt der Präsident des Argentinischen Fußballverbandes AFA, Julio Grondona, ebenfalls der Hauptperson der «Gauchos».

Nur braucht Maradona offensichtlich mehr Zeit als einer seiner Vorgänger. 2006 nahm José Pekerman unmittelbar nach dem WM-Aus in Deutschland gegen das Gastgeber-Team seinen Hut. Alfio Basile folgte, ehe Maradona den Trainer-Posten beim zweimaligen Weltmeister bekam. Ob er ihn behält und mit Argentinien die Mission «2014 Brasilien» in Angriff nimmt, bleibt in der «Hand Gottes».


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