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Rehhagel will weiterarbeiten: «Fühle mich noch fit»

Durban (dpa) - 27.06.2010, 13:14 Uhr

Otto Rehhagel will auch weiterhin als Trainer an der Seitenlinie stehen.
Otto Rehhagel will auch weiterhin als Trainer an der Seitenlinie stehen.

Auch nach dem Rückzug als griechischer Nationalcoach sieht Otto Rehhagel das Ende seiner Trainerkarriere noch nicht gekommen.

«Ich höre nicht auf, ich habe keine Sekunde daran gedacht, aufzuhören. Ich fühle mich fit. Ich kann mich aufregen. Ich mache nur eine kurze Pause», sagte der 71 Jahre alte Fußball-Lehrer in einem Interview der «Bild am Sonntag» vier Tage nach dem Vorrunden-Aus der Griechen bei der Fußball-WM in Südafrika.

Es habe in den vergangenen zwei Monaten schon Anfragen gegeben, berichtete Rehhagel weiter. «Aber darüber spreche ich jetzt nicht.» Selbst eine Rückkehr in die Bundesliga hält der Trainer-«Oldie» für möglich. «Ich schließe überhaupt nichts aus. Ich habe mich ja selbst in die Freiheit entlassen und mache nur das, was mir passt. Ich will meine immense Erfahrung weitergeben. Wenn die einer braucht, stehe ich zur Verfügung.»

Am 24. Juni hatte Rehhagel nach neun Jahren einen Schlussstrich unter seine Tätigkeit als Coach der Hellen zugezogen, die er 2004 sensationell zum Europameistertitel geführt hatte. Bei der WM hatte sein Team nach 0:2-Niederlagen gegen Südkorea und Argentinien sowie einem Sieg gegen Nigeria (2:1) das Achtelfinale verpasst. Rehhagels Bilanz fällt trotzdem positiv aus. «Wir haben mehr erreicht, als uns viele zugetraut haben. Ich hatte ja schon vor der WM gesagt, dass bei uns alles stimmen muss. Das war gegen Südkorea nicht der Fall.»

Man sei «in Freundschaft» auseinandergegangen. Verbandspräsident Sofoklis Pilavios habe ihn noch einmal umstimmen wollen, sagte Rehhagel. «Aber für mich war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Die Mannschaft ist intakt und wir haben etliche junge Spieler ans Team herangeführt. Aber Griechenland braucht einen Neuanfang.»

Für den gebürtigen Essener war es ein Abschied mit Wehmut: «Griechenland ist ein Stück meines Lebens. Ich hatte ein außergewöhnliches Verhältnis zu den Menschen in Athen», betonte Rehhagel. «Sie haben mich immer mit viel Respekt und großer Herzlichkeit behandelt. Das vergisst man nicht.»


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