Istanbul (dpa) - 23.06.2010, 13:24 Uhr
Ein türkischer Staatsanwalt hat wegen internationalen Betrügereien bei Fußballwetten für die Angeklagten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren gefordert.
Nach monatelangen Ermittlungen und Festnahmen seien in der Türkei insgesamt 97 Verdächtige angeklagt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Darunter seien neun Spieler und ein Trainer. Den Beschuldigten werde Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verstoß gegen das Glücksspielgesetz und Bedrohung mit einer Waffe vorgeworfen.
Die federführende Staatsanwaltschaft in der südöstlichen Stadt Diyarbakir gehe in der Anklage davon aus, dass die türkische Wettmafia mit manipulierten Spielen 50 Millionen Euro im Jahr illegal erwirtschaftet habe. Sie soll international mit anderen Banden zusammengearbeitet haben. Mit den Gewinnen seien Häuser und Autos auf dem Namen von Verwandten gekauft worden. Acht der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.
Die Anklagen gehen auch auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum zurück, die internationale Betrügereien bei Sportwetten aufgedeckt hatte. Die europäische Fußball-Union UEFA bestellte daraufhin die Verbände zum Rapport. In der Türkei gab es mehrere große Razzien gegen die Wettmafia.