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Liverpool vor Trennung von Trainer Benitez

Liverpool (dpa) - 03.06.2010, 15:50 Uhr

Der FC Liverpool will Rafael Benitez loswerden.
Der FC Liverpool will Rafael Benitez loswerden.

Die Ära von Rafael Benitez beim FC Liverpool steht kurz vor dem Ende. Nach britischen Medienberichten bot der Verein in der Nacht zum 3. Juni seinem spanischen Fußball-Trainer die sofortige Vertragsauflösung bei einer Abfindung in Millionenhöhe an.

Die Trennung könnte schon am Wochenende vollzogen werden. Benitez hatte gleich in seiner ersten Saison in Liverpool 2005 die Champions League gewonnen. Danach blieben die ganz großen Erfolge aus. Ob der 50 Jahre alte Coach die Offerte annimmt, ist noch unklar. Benitez' Vertrag wurde erst 2009 verlängert und läuft noch bis 2014. Ihm stehen noch mindestens 16 Millionen Pfund (19,1 Millionen Euro) zu. Nach Presseberichten bot Liverpool bislang mindestens drei Millionen (3,6 Millionen) als Abfindung an.

Sollte Benitez, der als Nachfolger von Jose Mourinho beim italienischen Meister Inter Mailand im Gespräch ist, seinen Abschied nehmen, ist offenbar der frühere Liverpool-Star, -Trainer und aktuelle Leiter der Nachwuchsakademie, Kenny Dalglish, als Übergangslösung vorgesehen.

Als Kandidaten für die dauerhafte Nachfolge gelten unter anderem der Trainer von Aston Villa, Martin O'Neill, und Roy Hodgson, der den kleinen FC Fulham im Mai ins Europa-League-Finale geführt hatte. Auch Jürgen Klinsmann wird zumindest von britischen Buchmachern als Nachfolger gehandelt. Der frühere Bundestrainer und Bayern-München-Coach hatte schon 2007 mit Liverpool Kontakt.

Benitez' Team um Kapitän Steven Gerrard und den spanischen Stürmerstar Fernando Torres hatte vorletzte Saison Manchester United noch ein spannendes Meisterschaftsrennen geliefert. Die abgelaufene Spielzeit war aber von peinlichen Niederlagen, dem frühen Ausscheiden aus der Champions League und dem Halbfinal-Aus in der Europa-League gegen Atlético Madrid geprägt.


Liverpool beendete die Saison auf einem enttäuschenden siebten Rang und ist damit nächste Saison zum ersten Mal seit 2003 nicht in Europas Königsklasse vertreten. Angesichts Liverpools unklarer Zukunft spekulierten britische Medien zuletzt sogar über den Abschied von Stars wie Gerrard, Torres und der Argentinier Javier Mascherano.

Der Verein, der mit 351 Millionen Pfund verschuldet ist, seht derzeit zum Verkauf. Die amerikanischen Eigner George Gillett und Tom Hicks, die die «Reds» unter Fan-Protesten erst 2007 übernahmen, suchen seit April einen Abnehmer. Der englische Rekordmeister muss pro Jahr rund 41 Millionen Pfund für die Schulden aufbringen.

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