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Mourinho: «The Special One» wird «The Real One»

Madrid (dpa) - 31.05.2010, 14:58 Uhr

Jose Mourinho (l) sitzt bei seiner Präsentation in Madrid neben Reals Sportdirektor Jorge Valdano.
Jose Mourinho (l) sitzt bei seiner Präsentation in Madrid neben Reals Sportdirektor Jorge Valdano.

Als Spieler war er eine Niete, als Trainer ist er ein Superstar. José Mourinho ist mit seinen 47 Jahren der derzeit teuerste und auch bestbezahlte Fußballcoach der Welt.

Bei seinem neuen Verein Real Madrid soll der für sein selbstbewusstes Auftreten und sein Talent zur Selbstinszenierung bekannte Portugiese zehn Millionen Euro pro Saison verdienen. «Ich bin kein Provokateur, sondern ein Arbeiter», verteidigte er sich am Montag bei seiner Vorstellung in Madrid gegen den Vorwurf der Arroganz. Der aus der Hafenstadt Setúbal stammende Mourinho spielte in jungen Jahren als Verteidiger in der Amateur-Liga seiner Heimat. Er war aber so schlecht, dass er sich für den Trainerberuf entschied - wie sein Vater Félix, der zuvor als Torwart einst immerhin einige Minuten in der Nationalelf spielte.

Mourinho studierte in Lissabon Sportwissenschaften und ließ sich in England und Schottland zum Trainer ausbilden. Seine erste große Chance erhielt er 1992, als ihn Bobby Robson als Co-Trainer und Übersetzer bei Sporting Lissabon engagierte. Er folgte dem legendären englischen Coach auch zum FC Porto und 1996 zum FC Barcelona, wo er später als Assistent des heutigen Bayern-Coachs Louis van Gaal auch einige Spiele leiten durfte.

Den Durchbruch als Cheftrainer schaffte der Perfektionist Mourinho beim FC Porto, mit dem er zweimal Meister wurde und 2004 zudem die Champions League gewann. Dass er es mit einem so bescheidenen Verein so weit bringen konnte, ließ die internationale Konkurrenz aufhorchen: Mourinho wechselte zum FC Chelsea, holte mit dem englischen Club 2005 und 2006 die Meisterschaft, 2005 und 2007 den Ligapokal sowie 2007 den FA Cup. Aus der damaligen Zeit stammt auch sein Spitzname. «Halten Sie mich bitte nicht für arrogant, aber als Europameister bin ich etwas Besonderes», sagte er bei seinem Debüt vor der Presse - «The Special One» war geboren. «Il Speziale» nannten sie ihn dann bei Inter Mailand. Mit dem Traditionsclub holte er in der abgelaufenen Saison das Triple aus Meisterschaft, Pokal und - erstmals seit 45 Jahren - der Champions League gewann. Nun soll der zweifache Familienvater und gläubige Katholik Real Madrids zweijährige Durststrecke beenden. Dort hat er bereits einen neuen Spitznamen bekommen: «The Real One».


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