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Frankreich begrüßt EM mit «Freudenexplosion»

Paris (dpa) - 28.05.2010, 15:30 Uhr

Nicolas Sarkozy (r) und Verbandsboss Jean-Pierre Escalettes applaudieren bei der EM-Vergabe.
Nicolas Sarkozy (r) und Verbandsboss Jean-Pierre Escalettes applaudieren bei der EM-Vergabe.

Frankreich war nach der Vergabe der Fußball-EM 2016 an die «Grande Nation» aus dem Häuschen. Bei der französischen Delegation um Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe es eine «Freudenexplosion» gegeben, berichtete aus Genf der Reporter des Fernsehsenders «M6».

Die Staatssekretärin für Sport Rama Yade, der Chef der Profiliga LFP, Frédéric Thiriez, und auch Verbandsboss Jean-Pierre Escalettes umarmten sich immer wieder. «Das ist ein schöner Tag für uns», erklärte Escalettes.

Daheim in Frankreich kannte die Freude ebenfalls keine Grenzen. «Erinnern wir uns nur an die WM 1998 (in Frankreich), so viel Fröhlichkeit hatten wir auf den Champs-Élysées damals seit der Befreiung von Paris (im 2. Weltkrieg) nicht mehr gesehen», sagte der berühmte Fußball-Kommentator Thierry Roland. So ein Turnier lasse die Probleme des Alltags vergessen.

Roland betonte, der französische Fußball habe die EM dringend nötig gehabt. «Unsere Stadien sind ja total veraltet, wir werden endlich einen modernen Fußball (in der Ligue 1) sehen, der ganzen Familien mit Kindern den Besuch von Spielen gestatten wird», sagte der Journalist. In sportlicher Hinsicht sei es zudem «ein großer Vorteil, zu Hause spielen zu dürfen».

Ex-Profi Chistian Karembeu war beim Interview im französischen Fernsehen sichtlich bewegt. «Das ist großartig, das ist so toll wie ein Titelgewinn bei einer Welt- oder Europameisterschaft», erklärte der Weltmeister von 1998. Der Zuschlag für die Ausrichtung der übernächsten EM sei auch generell für Frankreich wichtig, da der Fußball ein sozialer Faktor sei. «Durch die EM wird das Lebensniveau der Franzosen sich verbessern», beteuerte der 38-jährige Karembeu.


Auch in den zwölf Städten, die als Austragungsorte für die EM 2016 in Frankreich zur Verfügung stehen, war die Freude groß. «Das ist ein großer Triumph für Marseille», jubelte Jean-Claude Gaudin, Bürgermeister der südfranzösischen Metropole. Die Verbesserung des Velodrome-Stadions und der Infrastruktur würden «für die nächsten 50 Jahre» sein und «den Status unserer Stadt als internationale Metropole festigen». Drei Städte müssen aber noch zittern, denn am Ende wird in neun Orten gespielt.

«France Football» sah auch einen Sieg von UEFA-Präsident Michel Platini, der mit der französischen Kandidatur «einen großen Teil seines Kredit aufs Spiel» gesetzt habe. Der frühere Nationalspieler der «Bleus», der die EM 1984 vor eigenem Publikum gewann, sei Kandidat auf seine eigene Nachfolge und angesichts des Ergebnisses der Abstimmung im Exekutivkomitee der UEFA «zweifellos sehr erleichtert», so das Fachmagazin in der Onlineausgabe.

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