Mailand/Moskau (dpa) - 25.05.2010, 14:51 Uhr
Der russische Gaskonzern Gazprom soll nach Angaben der «Gazzetta dello Sport» als Großaktionär beim italienischen Fußball-Erstligisten AC Mailand einsteigen.
Wie die Sporttageszeitung berichtete, sollen die Russen für 150 bis 180 Millionen Euro rund 25 bis 30 Prozent der Milan-Anteile übernehmen. Das Geschäft stünde unmittelbar vor dem Abschluss. Gazprom wies den Bericht als falsch zurück, wie die russische Agentur Interfax unter Berufung auf das Unternehmen meldete. Der Gasriese führe keine Verhandlungen über den Kauf des AC Mailand, hieß es.
Mit der Geldspritze aus Moskau will der zuletzt erfolglose Club des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nach Angaben der «Gazzetta» wieder in die europäische Spitze zurückkehren. Mit Hilfe der russischen Millionen könne Milan nun den lange umworbenen Stürmer Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg verpflichten, für den der Bundesligist eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro verlange.
Nach Angaben der Zeitung hatte Russlands Regierungschef Wladimir Putin maßgeblichen Einfluss auf den Einstieg von Gazprom bei dem italienischen Traditionsclub. Dessen Freundschaft zu Club- Besitzer Berlusconi habe den Deal ermöglicht. Berlusconi hat Milan seit 24 Jahren ohne große Partner alleine geführt. In den letzten Jahren hatte er Kaufangebote immer wieder abgelehnt. Sein Konzern Fininvest teilte noch vor wenigen Wochen mit, dass Milan entgegen anderslautender Meldungen nicht zum Verkauf stünde.