Italiens Fußball-Nationalmannschaftskapitän Fabio Cannavaro zieht es erneut ins Ausland. «Ich würde gerne wieder ins Ausland gehen, wo der Fußball mehr als Fest zelebriert wird», sagte der Abwehrchef der Azzurri nach Angaben der «Gazzetta dello Sport» im WM-Trainingslager in Sestrière.
Als einziger Spieler aus der Mannschaft des Weltmeisters steht Cannavaro noch ohne Verein für die nächste Saison da. Verunsichern lässt er sich dadurch vor der WM in Südafrika aber nicht: «Wir glauben wie vor vier Jahren daran, Weltmeister zu werden», beschrieb Cannavaro die Stimmung in der «Squadra Azzurra».
Der Vertrag des 36-Jährigen mit Juventus Turin ist zum Ende dieser Saison abgelaufen - und der italienische Rekordmeister will den Neapolitaner offenbar nicht behalten: «Juves Option ist verfallen», berichtete Cannavaro. Nach einem dreijährigen Gastspiel bei Real Madrid war er im Sommer vergangenen Jahres nach Turin zurückgekehrt.
Am italienischen Fußball lässt der Weltmeister von 2006 kein gutes Haar mehr: «Wir sind hier an einer Grenze angekommen», so Cannavaro: Italiens Stadien hätten Mängel, die Spielfelder seien schlecht, im Winter fielen die Partien wegen Schnees aus und im Sommer würden die Teams um drei Uhr in der Nachmittagshitze auf das Feld geschickt. Auch das Verhalten der Tifosi kritisierte Cannavaro: «Unser letztes Liga-Spiel musste sogar unterbrochen werden, weil die Fans alles Mögliche auf den Rasen geworfen haben», klagte der Neapolitaner.