Zürich (dpa) - 18.05.2010, 13:47 Uhr
Englands Bewerbung für die Fußball- Weltmeisterschaften 2018 und 2022 steht weiter unter keinem guten Stern.
Nach privaten Äußerungen des mittlerweile zurückgetretenen Vorsitzenden des englischen Fußballverbands (FA), David Triesman, zu angeblichen Schiedsrichterbestechungen durch Russland und Spanien hat der Weltverband FIFA eine Untersuchung eingeleitet. Der Ethikausschuss werde sich mit dem Vorfall befassen, hieß es in einer Mitteilung. Zudem forderte die FIFA einen Bericht der FA an.
Triesmans Äußerungen gegenüber einer ehemaligen, ihm nahestehenden Mitarbeiterin, die diese gegen Bezahlung einer Boulevardzeitung übermittelte, sorgen für Wirbel. Die Affäre belastet Englands Bewerbung um die Weltmeisterschaft 2018 oder 2022, bei der Russland und Spanien (gemeinsam mit Portugal) Konkurrenten sind.
Die FA hatte gehofft, mit der sofortigen Trennung von Triesman einen schnellen Schlussstrich ziehen zu können. Der geschäftsführende FA-Vorsitzende Alex Horne kündigte nun an, mit der FIFA voll zu kooperieren. «Es ist wichtig, der FIFA und dem Rest der Welt zu beweisen, dass wir es ernst meinen», erklärte Horne. Zuvor hatte sich Sebastian Coe, Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von 2012 in London und früherer Vorsitzender des FIFA- Ethikausschusses, in einem Telefongespräch mit FIFA-Präsident Sepp Blatter um Schadensbegrenzung bemüht.
FIFA-Vizepräsident Jack Warner, der zugleich Präsident des nordamerikanischen Fußballverband CONCACAF ist und Englands Bewerbung vergangenen Herbst noch kritisiert hatte, äußerte sich nun zuversichtlich, dass kein bleibender Schaden entstehen werde. «Die englische Bewerbung hat zuletzt gut gearbeitet. Das ist vielleicht ein Rückschlag, der aber, so hoffe ich, nicht von langer Dauer sein wird», sagte Warner der britischen Tageszeitung «The Times». Das «Fußball-Mutterland» England war bislang nur einmal 1966 WM- Gastgeber.