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Real hofft auf «verhassten» Clemente

Madrid (dpa) - 14.05.2010, 13:10 Uhr

Die Tore von Real Madrids Cristiano Ronaldo könnten am Ende nicht reichen.
Die Tore von Real Madrids Cristiano Ronaldo könnten am Ende nicht reichen.

Als Javier Clemente noch spanischer Nationaltrainer war, schlug ihm bei den Fans von Real Madrid zumeist blanker Hass entgegen. Nun aber ruhen ausgerechnet auf diesem kauzigen Basken alle Hoffnungen der «Königlichen», doch noch spanischer Fußball-Meister zu werden.

Nur wenn Clemente, der einstige Lieblingsfeind der Weißen, mit dem Außenseiter Real Valladolid beim FC Barcelona punktet, können die Madrilenen noch die Tabellenführung erobern.

Die Chancen Reals auf ein Fußball-Wunder sind eher theoretischer Natur, Barça hat alle Trümpfe in der Hand. Die Katalanen (96 Punkte) rangieren einen Zähler vor den Madrilenen (95) und müssen am letzten Spieltag im Camp-Nou-Stadion nur gegen Valladolid gewinnen, um sich die Titelverteidigung zu sichern. Dann müsste Real mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen, obwohl Cristiano Ronaldo & Co über 100 Tore schossen und die höchste Punktzahl der Vereinsgeschichte errangen. Die Madrilenen treten beim FC Málaga an, der ebenso wie Barça-Gegner Valladolid um den Klassenerhalt kämpft.

Clemente weiß selbst, dass er dem Rekordmeister keine allzu großen Hoffnungen machen kann. «Fußball-Wunder gibt es nicht, wohl aber Überraschungen», betont der Trainer. Die Zeitung «El Mundo» erwartet, dass er zu einem «José Mourinho mit Baskenmütze» wird und den Erfolg in einer Mauertaktik sucht, wie der Trainer von Inter Mailand dies im Halbfinale der Champions League getan hat. Aber davon will der rothaarige Baske nichts wissen: «Mourinho ist für uns kein Vorbild. Inter zog zwar ins Finale ein, verlor aber sein Spiel in Barcelona. Wir dagegen müssen gewinnen, um den Klassenerhalt zu sichern.»

Clemente hat Erfahrung im Abstiegskampf. Er rettete bereits Espanyol Barcelona, Real Sociedad San Sebastián und Athletic Bilbao, bei Real Murcia und CD Teneriffa scheiterte er dagegen. Der FC Barcelona, der ohne seinen gelbgesperrten Spielmacher Xavi antreten muss, fürchtet eine Art von «Teneriffa-Syndrom», unter dem dereinst Real gelitten hatte. Die Madrilenen hatten in den 90er Jahren zweimal den vermeintlich sicheren Titel am letzten Spieltag gegen den Außenseiter CD Teneriffa verspielt.

Bevor die Entscheidung gefallen ist, planen die Titelanwärter bereits für die nächste Saison. Barça liebäugelt mit einer Verpflichtung von David Villa (FC Valencia) und Francesc Fàbregas (FC Arsenal). In Madrid wird darüber spekuliert, dass die Entlassung von Trainer Manuel Pellegrini fast eine beschlossene Sache sei und Real ein Auge auf Mourinho geworfen habe.


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