Ballack «endlich» englischer Meister
London (dpa) - 10.05.2010, 12:43 Uhr
Chelsea-Spieler Michael Ballack applaudiert dem Publikum.
Endlich englischer Meister: Doch Michael Ballack bleibt im Stress. Titelfeier, Abschiedsspiel, Pokalfinale - der DFB-Kapitän ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Da bleibt nicht mal Zeit für das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Malta. Nach vier Jahren auf der Insel holte Ballack mit dem FC Chelsea die Meisterschaft, am folgenden Tag steht für den 33-Jährigen schon der Abschieds-Kick seines Freundes Bernd Schneider in Leverkusens BayArena an. Und am 15. Mai will er mit einem Sieg im FA-Cup-Finale das «Double» perfekt machen. Angriffsfußball, Tore en masse, schnelle Krisenbewältigung und mit Carlo Ancelotti einen stets gelassenen Trainer: Nach drei eher enttäuschenden Jahren mit vier Trainerwechseln scheint der FC Chelsea die richtige Mischung gefunden zu haben - ausgerechnet in dem Moment, wo der Verbleib des DFB-Kapitäns bei den «Blues» unsicher ist. Seine Auswechslung 20 Minuten vor Schluss galt manchen schon als Zeichen, dass Ballacks engagiertes Mitwirken am 8:0-Sieg über Wigan Athletic wohl sein letzter Auftritt im Stadion an der Stamford Bridge war, doch das wollte der deutsche Mittelfeldstar, um den sich unter anderem Schalke 04 bemüht, so nicht interpretieren.
«Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch hat entschieden, Vertragsverhandlungen erst nach Saisonende zu führen. Ich will das nicht bewerten, und als Spieler muss man das akzeptieren», sagte Ballack später und ergänzte mit Blick auf die WM-Vorbereitungen: «Zeitlich wird alles etwas knapp, aber ich denke, es wird sich eine Lösung finden.» Nach dem mit dem höchsten Heimsieg der Vereinsgeschichte errungenen Titel wollte Ancelotti von einem großen Umbau des Teams im Sommer nichts wissen. «Dieser Club hat Zukunft - und wir haben bereits einen sehr gute Mannschaft für nächste Saison und danach», erklärte der Italiener, während Ordner blau-weißes Konfetti und Luftschlangen vom Rasen kehrten. Boulevard-Zeitungen hatten zuvor über eine «Kriegskasse» von 100 Millionen Pfund spekuliert, mit der angeblich Liverpool-Torjäger Fernando Torres oder Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger an die Themse gelockt werden sollten. |