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FC Barcelona hat den Titel zum Greifen nahe

Madrid (dpa) - 09.05.2010, 13:07 Uhr

Lionel Messi vom FC Barcelona jubelt über sein Tor gegen Sevilla.
Lionel Messi vom FC Barcelona jubelt über sein Tor gegen Sevilla.

Der FC Barcelona hat die spanische Fußball-Meisterschaft zum Greifen nahe. Dem Rivalen Real Madrid bleibt einen Spieltag vor Saisonschluss nur noch eine theoretische Chance.

Die Katalanen haben es nach dem 3:2-Erfolg im Spitzenspiel beim FC Sevilla selbst in der Hand im kommenden Spiel mit einem Sieg im heimischen Camp-Nou-Stadion über den Abstiegskandidaten Real Valladolid die Titelverteidigung perfekt zu machen.

In Madrid dagegen schlichen die «Königlichen» trotz eines 5:1-Kantersiegs über Athletic Bilbao mit gesenkten Köpfen vom Platz. «Real hat den Titel virtuell verloren», konstatierte das Sportblatt «Marca». Die Madrilenen (95 Punkte) liegen einen Punkt hinter Barça (96). Sie müssen jetzt nicht nur ihre Partie beim FC Málaga gewinnen, sondern auch auf ein Stolpern des Tabellenführers hoffen. «Solange es noch ein Fädchen Hoffnung gibt, werden wir uns daran klammern», sagte Reals Generaldirektor Jorge Valdano.

Barça war 47 Minuten lang rechnerisch spanischer Meister gewesen. Lionel Messi (4. Minute), Bojan Krkic (28.) und Pedro (61.) hatten die fulminant aufspielenden Katalanen in Sevilla beim Tabellenvierten der Primera División 3:0 in Führung geschossen. Real schien derweil alle Hoffnung aufgegeben zu haben und fiel in der Partie gegen Bilbao beim Stand von 1:1 in eine Art von Lethargie.

Erst als der FC Sevilla mit einem Doppelschlag durch Frédéric Kanouté (68.) und Luis Fabiano (71.) auf 2:3 verkürzte und Barça in Bedrängnis brachte, drehten im Bernabéu-Stadion die Madrilenen auf und schossen in der Schlussphase noch ein 5:1 gegen das in Unterzahl spielende Bilbao heraus. Damit hielten sie den Titelkampf zumindest rechnerisch offen. Karim Benzema erzielte das 100. Saisontor des Rekordmeisters.


Den «Königlichen» droht nun ein bitteres Schicksal. Sie gaben zu Saisonbeginn die Rekordsumme von 250 Millionen Euro für Stars wie Cristiano Ronaldo und Kaká aus und werden möglicherweise wie im Vorjahr ohne jeden Titel dastehen. «Marca» forderte die Entlassung von Trainer Manuel Pellegrini: «Der Coach wurde verpflichtet, damit Real Titel gewinnt und gut spielt. Ihm gelang weder das eine noch das andere.»

Bei Barça war Trainer Josep Guardiola bemüht, die Euphorie zu dämpfen: «Wir sind noch nicht Meister. Wir werden noch gehörig schwitzen müssen.» Die Katalanen rechnen damit, dass Valladolids Trainer Javier Clemente - ein alter Fuchs und Ex-Nationalcoach - mit einer Mauertaktik Messi & Co stoppen will. Die Zeitung «El Mundo» gab jedoch zu bedenken: «Es gibt nicht genügend Backsteine auf der Welt, um einen Barça-Triumph noch zu verhindern.»

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