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Ausraster kostet Totti WM - Balotelli klagt an

Rom (dpa) - 07.05.2010, 18:01 Uhr

Francesco Totti hat sich um seine WM-Chance gebracht.
Francesco Totti hat sich um seine WM-Chance gebracht.

Nach seinem Ausraster im Pokalfinale gegen Inter Mailand hat Francesco Totti praktisch keine Chance mehr auf eine Nominierung für die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

Wegen seines brutalen Nachtretens gegen Inter-Stürmer Mario Balotelli droht dem Kapitän des AS Rom eine Sperre von drei Spielen, das vorzeitige Saisonende und viel Ärger. Seine ohnehin geringen Chancen auf ein WM-Ticket für das von Marcello Lippi trainierte Team des Titelverteidigers Italien sind damit auf ein Minimum gesunken.

Balotelli erhob in der «Gazzetta dello Sport» schwere Vorwürfe gegen Totti. Der Römer habe ihn als «Scheiß-Neger» beschimpft, sagte der aus Ghana stammende Italiener. Totti entschuldigte sich in einem Artikel für den «Corriere dello Sport» für seine Tätlichkeit. Balotelli habe ihn wiederholt provoziert, erklärte er seinen Ausraster, ohne ihn damit zu rechtfertigen. «Für mich ist es unerträglich mitanzusehen, wie ein Spieler mit Talent am Anfang seiner Karriere mich persönlich, meine Stadt und meine Mannschaft beleidigt und behauptet, dass ich als Fußballer am Ende sei», schrieb Totti.

Totti hatte Balotelli gegen Ende der Partie von hinten brutal gefoult. Von seinem Club droht Totti dafür eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Euro.

Der farbige Balotteli wurde wiederholt in italienischen Stadien von gegnerischen Fans mit rassistischen Sprechchören und Gesten verhöhnt. Häufig ist die Ablehnung der Fans jedoch nicht auf seine Herkunft zurückzuführen, sondern auf die provozierende Art des 19-Jährigen. Damit eckte Balotelli sogar bei den eigenen Fans an, die ihn in der kommenden Saison nicht mehr bei Inter Mailand sehen wollen.

«Du existierst für uns nicht mehr», schrieben die Inter-Fanclubs in einem offenen Brief an Balotelli, nachdem er ihnen nach dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona im San Siro-Stadion buchstäblich das Inter-Trikot vor die Füße geworfen hatte. Die Inter-Fans hatte ihn zuvor ausgepfiffen, weil «Balotelli in seiner üblichen arroganten Art über den Platz getrabt sei», während seine Mitspieler sich die Seele aus dem Leib rannten, so die Fans. Trainer José Mourinho hatte Balotelli in diesem Frühjahr wochenlang aus disziplinarischen Gründen auf die Tribüne verdammt.


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