Chelsea und Ballack greifen nach der Meisterschaft
London (dpa) - 03.05.2010, 11:56 Uhr
Michael Ballack (l) gratuliert Didier Drogba im November 2009 zu einem Tor.
Nur noch ein Sieg trennt Michael Ballack und den FC Chelsea vom englischen Meistertitel. Es wäre der erste für den DFB-Kapitän in vier Fußballjahren auf der Insel und nach 1955, 2005 und 2006 der vierte für den West-Londoner Club. «Ich habe immer gesagt, dass der Titel am letzten Spieltag vergeben wird», gab sich Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti nach dem 2:0 über einen enttäuschenden FC Liverpool abgeklärt. Mit dem Sieg brachten sich die «Blues» für das Premier League-Finale zu Hause gegen Wigan Athletic in eine glänzende Position. «Wir hatten unsere Emotionen im Griff, die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Das war ein schwieriger Schritt gegen Liverpool. Aber wir müssen auf das letzte Spiel warten», warnte Ancelotti vor übergroßer Vorfreude.
Manchester United, das dank eines Treffers von Nani (28. Minute) beim FC Sunderland mit 1:0 gewann und Chelsea weiter mit einem Zähler Rückstand auf den Fersen blieb, wollte die vierte Meisterschaft in Serie und eine historische 19. insgesamt - eine mehr als Liverpool - noch nicht abschreiben. «Das war nicht das Ergebnis, auf das wir gehofft hatten», gab United-Trainer Sir Alex Ferguson mit Blick auf Chelseas erfolgreichen Besuch im Stadion an der Anfield Road zu, wo die Londoner zuletzt 2005 gewonnen hatten. Ein Sieg Chelseas gegen Wigan sei aber keine ausgemachte Sache. «Sie sind ein gutes Team. Vielleicht klammere ich mich an Strohhalme, aber im Fußball weiß man nie - es ist eine verrückte Sportart», machte Ferguson seiner Elf Mut, die am kommenden Sonntag Robert Huths Stoke City besiegen und auf Wigans Schützenhilfe hoffen muss. «Manchester City hat uns geholfen, indem sie Chelsea zweimal geschlagen haben. Und Wigan ist ja auch ein Nachbar», sagte Ferguson. Tatsächlich hatte Chelsea bei Wigan im vergangenen Herbst mit einem 1:3 die erste Saisonniederlage kassiert. |