Blatter verspricht Südafrika sozialen WM-Nutzen
Zürich (dpa) - 23.04.2010, 14:12 Uhr
Für FIFA-Präsident Joseph Blatter ist Fußball eine Schule des Lebens.
Der Begriff der «Blühenden Landschaften» ging Joseph Blatter dann doch nicht über die Lippen, aber für den FIFA-Präsidenten wird sich Südafrika durch die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nur sportlich enorm entwickeln. «Der Fußball ist eine Lebensschule. Die WM ist ein Paket. Es geht um kulturelle und soziale Belange, für die durch die WM die Grundlagen gelegt werden», sagte der Chef des Weltverbandes in Zürich. Der Kampf gegen «Armut, Analphabetismus und Krankheiten» werde durch die erste Fußball-WM in diesem Sommer auf afrikanischem Boden angekurbelt. Schon lange kein Thema mehr sind für Blatter die lange vorherrschenden weltweiten Zweifel an der grundsätzlichen WM-Tauglichkeit Südafrikas. Bei seiner letzten Pressekonferenz im FIFA-Hauptquartier vor dem WM-Anpfiff am 11. Juni in Johannesburg rückte der Schweizer nochmals staatsmännisch anmutend seine Sicht der Dinge ins öffentliche Licht. «Afrika ist das Projekt Nummer 1», sagte er. «Ein Schlüssel für politische Veränderung ist die WM in Südafrika.»
Inständig hofft Blatter, dass Volksheld und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela beim Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko im Soccer City Stadium dabei sein kann. «Im Moment ist er bei guter Gesundheit», sagte Blatter über den 92 Jahre alten Ex-Präsidenten der Regenbogennation. Die Verkündung der aktuellen Organisationsfakten überließ der 74-Jährige wie zuletzt üblich auch sieben Wochen vor dem Turnierstart seinem Generalsekretär Jêrome Valcke. Der Franzose räumte Fehler beim lange schleppenden Kartenverkauf ein. «Wir müssen unsere Ticket- Politik überdenken», sagte Valcke. «Wir hätten das anders organisieren sollen.» Der ausschließliche Verkauf über das Internet dürfte der Vergangenheit angehören. Für die WM 2014 in Brasilien könnte es auch außerhalb des Gastgeberlandes nicht nur virtuelle Vorverkaufsstellen geben, kündigte Valcke an. |