Neue Ermittlungen im italienischen Liga-Skandal
Rom (dpa) - 22.04.2010, 11:37 Uhr
Stefano Palazzi ist der FIGC-Chefankläger im italienischen Liga-Skandal 2006.
Der italienische Fußball-Verband (FIGC) hat wie erwartet neue Ermittlungen zum Liga-Skandal von 2006 eingeleitet. Damit wird nun auch Champions League-Halbfinalist Inter Mailand in die Liga-Manipulations-Affäre um den ehemaligen Manager von Juventus Turin, Luciano Moggi, hineingezogen. Inter hat alle von Moggis Anwälten erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Sportrechtliche Konsequenzen hat der italienische Meister durch die eingeleiten Untersuchungen ohnehin nicht zu befürchten, weil die Vorgänge aus den Jahren 2004 und 2005 verjährt sind. Inter würde allenfalls die Aberkennung des Meistertitels von 2006 drohen. Dieser war Rekordmeister Juventus damals aberkannt und den Mailändern zugesprochen worden.
Im Zivilprozess gegen Moggi wegen Sportbetrugs und Bildung einer kriminellen Vereinigung in Neapel hatten dessen Anwälte 75 neue Telefon-Mitschnitte vorgelegt. Darunter sind auch Gespräche von Inter-Besitzer Massimo Moratti und dem damaligen Inter-Präsidenten Giacinto Facchetti mit Schiedsrichter-Chef Paolo Bergamo. Die Anwälte wollen damit beweisen, dass nicht nur Moggi und die übrigen Angeklagten Vereinsfunktionäre mit den Schiedsrichter-Koordinatoren regelmäßig telefoniert und damit Einfluss auf diese gehabt haben. Wie «La Gazzetta dello Sport» berichtete, hat FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi die Abhörprotokolle bereits in Neapel angefordert. In Rom rechne man Ende Mai mit den Papieren. Moggis Anwälte begrüßten die neuen Ermittlungen. Moggi bestreitet, die Liga durch seinen Einfluss auf die Referees manipuliert zu haben. 2006 war Moggi vom FIGC-Sportgericht dennoch zu einem fünfjährigen Berufs- Verbot und Juve zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden.
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