Tonis Römer stürzen Inter und träumen vom Titel
Rom (dpa) - 12.04.2010, 10:40 Uhr
Luca Toni stürmt mit AS Rom an die Tabellenspitze.
Luca Toni greift mit dem AS Rom nach dem italienischen Fußball-Meistertitel. Fünf Spieltage vor Ende der Serie A krönte der bei Bayern München ausgemusterte Weltmeister mit seinen Römern eine fulminante Aufholjagd und stürzte Titelverteidiger Inter Mailand von der Tabellenspitze. 13 Punkte lag Rom hinter den Mailändern, als der Stürmer im Januar nach Italien zurückkehrte. Nach fünf Toni-Toren in elf Spielen und dem 2:1-Sieg über Atalanta Bergamo führen die Römer (68 Punkte) mit einem Zähler vor Serienmeister Inter (67). «Jetzt herrscht Rom», titelte der «Corriere dello Sport». «Und das war erst der Anfang», versprach Trainer Claudio Ranieri, der Rom nach einem katastrophalen Saisonstart übernahm und zurück an die Spitze führte. Seine «römischen Wölfe» haben Inter gehetzt, bis dem Champions League-Halbfinalisten die Puste ausging. Als Inter in Florenz nur 2:2 spielte, schlugen sie zu. «Jetzt schnappen wir sie», hatte Ranieri angekündigt. Seine Asse gehorchten dem Befehl und stürzten die Ewige Stadt in Freudentaumel.
Mit «Grazie Roma»-Gesängen feierten die Tifosi in der Südkurve Toni & Co., als sei der vierte Meistertitel nach 1942, 1983 und 2001 schon eingefahren. Zwischen Kolosseum und Vatikan herrschte am Sonntagabend Ausnahmezustand. «Roma Capoccia», titelte «La Gazzetta dello Sport» am Sonntag; Rom sei wieder das «Haupt der Welt». «Jetzt sind wir die Titelfavoriten», verkündete Mirko Vucinic, der Rom in Führung (12. Minute) brachte. Marco Cassetti (27.) erhöhte. Das Gegentor durch Simone Tribocchi (53.) in der zweiten Halbzeit, zu der Toni eingewechselt wurde, blieb nur Ergebniskosmetik. Seit dem 23. September 2007 steht Rom erstmals in der Tabelle wieder ganz oben - und halb Italien freut sich über den Sturz des ungeliebten Serienmeisters mit seinem überheblichen Trainer José Mourinho. Der schwieg mal wieder beharrlich und überließ es dem Technischen Direktor, Marco Branca, kleinlaut zugegeben: «Es kann schon sein, dass uns die Champions League ablenkt.» |