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Chelsea peilt «Double» an - ManU verpasst Spitze

London (dpa) - 11.04.2010, 19:55 Uhr

FC Chelseas Michael Ballack lacht während einer Trainingseinheit in London.
FC Chelseas Michael Ballack lacht während einer Trainingseinheit in London.

Nach dem hartumkämpften 3:0 über Aston Villa im Pokalhalbfinale peilt Michael Ballacks FC Chelsea zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das «Double» aus FA Cup und Meisterschaft an.

Titelkonkurrent Manchester United stolperte dagegen in seiner Premier-League-Partie bei den Blackburn Rovers und kam über ein 0:0 nicht hinaus. Ohne den verletzten Stürmerstar Wayne Rooney verpasste der Meister damit am 34. Spieltag den Sprung zurück an die Tabellenspitze.

Chelsea führt mit einem Zähler und kann in seinem Liga-Heimspiel gegen die Bolton Wanderers den Vorsprung sogar auf vier Punkte ausbauen. Im Pokalfinale trifft Chelsea am 15. Mai auf den FC Portsmouth, der Tottenham Hotspur am Sonntagabend überraschend mit 2:0 nach Verlängerung besiegte.

Das als Absteiger bereits feststehende Portsmouth, Pokalsieger von 2008, ließ mit dem stark spielenden, früheren Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng ein überlegenes Tottenham 90 Minuten lang anstürmen und schlug die favorisierten «Spurs» schließlich in der Verlängerung. Frederic Piquionne gelang die Führung (99.) und Boateng, der zuvor die Vorarbeit geleistet hatte, schoss «Pompey» gegen seinen alten Club per Foulelfmeter (117.) ins Endspiel.

In der Premier League untermauerte derweil Manchester City mit einem 5:1 (3:1) über Birmingham City seinen Anspruch auf Rang vier. Der FC Liverpool kam gegen den FC Fulham, Gegner des Hamburger SV im Halbfinale der Europa League, nur zu einem 0:0 und sah seine Chancen auf einen Startplatz in der Champions League weiter schwinden.


Acht Tage nach der 2:1-Schlappe gegen Chelsea und vier Tage nach dem schmerzlichen Champions-League-Aus gegen Bayern München setzte sich bei Manchester United die Krise fort. Gegen robust verteidigende Rovers fand die entmutigt wirkende ManU-Elf kein Mittel und vergab seine wenigen Chancen. Der frühere Leverkusener Dimitar Berbatow konnte den fehlenden Rooney nicht ersetzen und scheiterte kurz vor Schluss aus zehn Metern Entfernung an Blackburn-Keeper Paul Robinson (80.).

«Chelsea kann den Ruhm schon schnuppern», schrieb derweil das Sonntagsblatt «Observer». Trainer Carlo Ancelotti trat aber sofort als Mahner auf. Der Italiener wollte bewusst keine Vorfreude aufkommen lassen, dass Ballacks «Blues» das Kunststück als siebter Club im englischen Fußball nach Preston North End (1889), Villa (1897), Tottenham Hotspur (1961), FC Arsenal (1971, 1998, 2002), FC Liverpool (1986) und Manchester United (1994, 1996, 1999) schaffen könnten.

«Ich rede nicht gern über 'wenn' und 'falls'. Wir sind nahe dran, aber wir haben noch nichts gewonnen», sagte Ancelotti, für den das Titeldoppel in der ersten Saison an der Themse ein großartiger Einstand wäre. Nach dem frühen Champions-League-Aus sähe allerdings der FA-Cup, den Chelsea in den letzten drei Jahren zweimal gewann, allein etwas mager für die ambitionierten Londoner aus. «Der Pokal wäre nicht genug», hatte der DFB-Kapitän schon vor der Partie in der Zeitung «The Guardian» klargestellt. «Wir wollen mehr, etwas Größeres. Und das ist für uns nun die Meisterschaft.»

Beim Pokalspiel im Wembley-Stadion spielten die Londoner, die Villa zuletzt in der Premier League mit 7:1 abgefertigt hatten, allerdings zunächst nicht wie Champions. Der Titelverteidiger kam gegen beherzt kämpfende «Villans» zäh ins Spiel und hatte gewaltiges Glück, dass der Unparteiische nach einem klaren Foul von John Obi Mikel an Gabriel Agbonlahor im Strafraum weder die Rote Karte zückte noch auf Elfmeter entschied (16.).

Im zweiten Durchgang drehten die «Blues» dann auf, und Torjäger Didier Drogba machte seinem Ruf als Wembley-Pokalschreck alle Ehre (68.). Der Ivorer schraubte damit seine Saisonausbeute auf 32 Treffer - nur zwei weniger als Wayne Rooney. Der in der 76. Minute eingewechselte Ballack leitete mit einer feinen Hereingabe die Entscheidung durch Florent Malouda (89.) ein, Frank Lampard markierte in der Nachspielzeit den in der Höhe unverdienten 3:0-Endstand (90.+5).

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