Ukraine zittert vor Platini-Besuch um EM
Kiew (dpa) - 06.04.2010, 13:53 Uhr
Michel Platini bei seinem Besuch 2009 in Kiew.
Wenn UEFA-Präsident Michel Platini am 07. April die Ukraine besucht, droht dem Gastgeberland der Fußball- Europameisterschaft 2012 jede Menge Ärger. «Da ist man keinen Millimeter weiter», schimpfte Platini im Vorfeld. Der Chef der Europäischen Fußball-Union war im Dezember 2009 letztmals in der Ex- Sowjetrepublik. Teilweise lagen die Bauarbeiten an Stadien, Flughäfen und Straßen monatelang brach. Schuld daran war der auch für ukrainische Verhältnisse ungewöhnlich harte Winter, aber auch politisches Gerangel um Geld und Einfluss. Deutschland stehe als zweiter Ausrichter neben Polen bereit, wird Platini in ukrainischen Medien zitiert. «Die Lage ist schlimmer als erwartet», räumt auch der ukrainische Vize-Regierungschef Boris Kolesnikow ein. Er soll im Auftrag des neuen Präsidenten Viktor Janukowitsch die Vorbereitungen überwachen. Emsig bereist Kolesnikow die Spielstätten Donezk, Charkow und Lwiw (Lemberg). Immer im Hinterkopf: Platinis Drohung, dass die Spielorte in der Ukraine auf zwei halbiert werden könnten. Im Co-Gastgeberland Polen soll in Warschau, Danzig, Posen und Breslau der Ball rollen, von dort meldet die UEFA keine Probleme.
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Am verheerendsten ist die Lage im westukrainischen Lwiw. Hier ruhten die Arbeiten am Stadion fast das gesamte Jahr 2009 über. Bei Platinis Besuch könnte der Stadt der Austragungsstaus aberkannt werden. Hektisch wurde die Oberaufsicht über den Stadionbau dem milliardenschweren Unternehmer Rinat Achmetow übergeben, der bereits die hypermoderne Arena in Donezk aus dem Boden stampfen ließ. Der Sponsor von Janukowitschs Partei der Regionen und Besitzer von UEFA- Pokal-Sieger Schachtjor Donezk soll die Order ausgegeben haben, die EM 2012 «um jeden Preis» auch in der Ukraine auszutragen. Obwohl das Land seit Monaten kurz vor dem Staatsbankrott steht, stellt die Regierung in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro für die Vorbereitungen der EM 2012 zur Verfügung. Um die UEFA milde zu stimmen, präsentierte Vize-Premier Kolesnikow in Lwiw einen Kaufvertrag über 1500 Busse und 500 Trolleybussse, die Fans und Touristen durch die Stadt transportieren sollen. |