Drogba-Tor erzürnt Ferguson - Chelsea auf Platz 1
London (dpa) - 04.04.2010, 11:07 Uhr
Didier Drogba klatscht nach einem Tor im November 2009 mit Trainer Ancelotti ab.
Sir Alex Ferguson war außer sich. Der Trainer von Manchester United ärgerte sich nach dem 1:2 im Spitzenspiel gegen den FC Chelsea weniger über den Verlust der Tabellenführung in der Premier League, als vielmehr über das Schiedsrichtergespann. «Ich kann das Drogba-Tor nicht verstehen. Der Linienrichter steht direkt davor, kein Verteidiger weit und breit, und er trifft trotzdem die falsche Entscheidung. Wir wurden von den Unparteiischen geschlagen, wie schon im Hinspiel», schimpfte Ferguson über den entscheidenden Treffer zum 0:2, den Didier Drogba (78. Minute) aus Abseitsposition erzielt hatte. Erst danach bäumte sich der Titelverteidiger, der seinen am Knöchel verletzten Stürmerstar Wayne Rooney schmerzlich vermisste, gegen die Niederlage auf. Doch mehr als das Anschlusstor durch Federico Macheda (81.) gelang ManU bei der Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Bayern München nicht. Während sich die Londoner nach ihrer Führung durch einen spektakulären Absatzkick von Joe Cole (20.) mit Ruhe und Entschlossenheit eine Chance nach der anderen erspielten, kam Fergusons müde wirkende Elf im ersten Durchgang kein einziges Mal gefährlich vor das Tor von Petr Cech.
«Chelsea ist nun Favorit, keine Frage», erklärte Ferguson leicht angesäuert, was sein Gegenüber Carlo Ancelotti aber sofort zurückwies: «Wir sind nicht die Favoriten. Nichts ist entschieden.» Bei zwei Punkten Vorsprung in der Tabelle hat das Team von DFB- Kapitän Michael Ballack, der erst in der 82. Minute eingewechselt wurde, den Titelgewinn aber nun wieder selbst in der Hand. Auch der Dritte FC Arsenal ist nach seinem «Last-Minute- Sieg» zum 1:0 gegen die Wolverhampton Wanderers nicht aus dem Rennen. Von einem «Riesenschritt» für Chelsea sprach die «Sunday Times», während der «Sunday Telegraph» vorrechnete: «Alles ist ganz einfach. Fünf Spiele und fünf Siege und Chelsea ist Meister.» Die Boulevardzeitung «News of the World» bescheinigte Ancelotti, aus dem Schatten seines 2007 entlassenen Vor-Vor-Vorgängers José Mourinhos herausgetreten zu haben. «Carlos Geist bannt José-Gespenst», titelte das Blatt. |