Florenz (dpa) - 30.03.2010, 19:42 Uhr
Dem italienischen Erstligisten AC Florenz stehen turbulente Zeiten ins Haus. Der Ehrenpräsident des Traditionsclubs Diego Della Valle trat von seinem Amt zurück. Im September vergangenen Jahres hatte bereits sein Bruder Andrea Della Valle das Amt des Club-Präsidenten aufgegeben.
Mit dem Rückzug der Besitzerfamilie scheint die Zukunft des toskanischen Clubs ungewiss. Nach Angaben italienischer Zeitungen soll der frühere Club von Stefan Effenberg zum Verkauf stehen.
«Andrea wird der Fiorentina weiter nahe stehen», schrieb Diego Della Valle in einem offenen Brief an die Fans. Er appellierte an die «echten Fans», ihren Club nicht im Stich zu lassen. In seinem Schreiben warf er nicht näher genannten Kreisen vor, einen Keil zwischen die Fans und die Führung des Clubs zu treiben. Die Situation sei «nicht mehr tolerierbar» gewesen. Die Familie Della Valle führt ein weltweit operierenden Schuh- und Modekonzern. 2002 hatte sie den krisengebeutelten Club übernommen.
Der Florentiner Trainer Cesare Prandelli bemühte sich, Ruhe in den Club zu bringen. Auf der Internetseite des Vereins teilte der umworbene Trainer mit, seinen Vertrag bis 2011 in Florenz erfüllen zu wollen. Prandelli war mit Juventus Turin in Verbindung gebracht und als möglicher Nachfolger von Nationaltrainer Marcello Lippi gehandelt worden.
«Wir beobachten die Situation mit Sorge, wollen uns aber nicht in die Angelegenheiten des Clubs einmischen», erklärte der Florentiner Bürgermeister Matteo Renzi. «Diego Della Valles Abschied wäre nicht nur ein Verlust für den Club, sondern für die ganze Stadt», sagte der Politiker.
Nach 31 Spieltagen kämpft der AC Florenz als Tabellenachter um den Wiedereinzug in die Europa League. In der vergangenen Saison hatte sich der Club sogar für die Champions League qualifiziert, in der die Florentiner im Achtelfinale vor wenigen Wochen unglücklich am FC Bayern München gescheitert waren.