Barça siegt auf Mallorca - Cruyff Ehrenpräsident
Madrid (dpa) - 28.03.2010, 12:47 Uhr
Zlatan Ibrahimovic vom FC Barcelona (2 v.r) jubelt mit seinem Team über ein Tor.
Was einem Franz Beckenbauer recht war, ist Johan Cruyff billig. Vier Monate nach der Ernennung des «Kaisers» zum Ehrenpräsidenten des FC Bayern München hat der Niederländer von seinem langjährigen Verein FC Barcelona nun ebenfalls den Titel eines Ehrenvorsitzenden erhalten. «Diese Anerkennung bedeutet für mich eine große Ehre», sagte Cruyff. Der einstige Weltklasse-Fußballer und Erfolgstrainer hatte noch einen weiteren Grund zur Freude: Barça gewann sein Punktspiel bei RCD Mallorca 1:0. Damit eroberte der spanische Meister und Champions-League-Sieger für wenigstens 24 Stunden die Tabellenführung und setzte den Rivalen Real Madrid im Titelkampf unter Druck. Das Siegtor zum hart erkämpften Auswärtssieg beim bisherigen Vierten der Primera División erzielte der Schwede Zlatan Ibrahimovic in der 62. Minute. Real erwartete am Sonntagabend im Madrider Derby den Lokalrivalen Atlético. Mit der Ernennung des 62-jährigen Cruyff zum Ehrenpräsidenten folgte Barça dem Beispiel anderer Clubs wie Manchester United, Real Madrid oder Bayern München, die ihren Ex-Stars Bobby Charlton (1984), Alfredo di Stéfano (2000) und Beckenbauer (2009) schon früher einen solchen Titel verliehen hatten. Generaldirektor Joan Oliver betonte, der Club würdige damit nicht nur die sportlichen Erfolge Cruyffs, sondern er erkenne den Niederländer auch als den geistigen «Vater» des aktuellen Barça-Teams und dessen Spielweise an.
Barças derzeitiger Trainer Josep Guardiola ist ein Schüler Cruyffs, der Vereinspräsident Joan Laporta ein erklärter Fan. Der Niederländer hatte von 1973 bis 1978 für Barça gespielt und je einmal die spanische Meisterschaft und den Pokal gewonnen. Als Trainer (1988 bis 1996) wurde er viermal spanischer Meister sowie je einmal Europacup- und Pokalsieger. Derzeit betreut er das Auswahlteam von Katalonien, das allerdings nur Freundschaftsspiele bestreiten und nicht an offiziellen Wettbewerben teilnehmen darf. Einige Clubmitglieder bemängelten allerdings, dass die Ernennung Cruyffs zum Ehrenpräsidenten zwei Monate vor der Wahl eines neuen Vereinschefs erfolgt sei und den Ausgang der Abstimmung beeinflussen könnte. Laporta wies die Kritik zurück: «Cruyff gehört nicht mir, sondern zum Erbe des gesamten Vereins.» Die Amtszeit des Clubchefs läuft Ende Juni aus. Laporta darf nicht erneut kandidieren, will aber seinem Vertrauten Jaume Ferrer eine möglichst gute Ausgangsposition verschaffen. Ferrer wird bei der Wahl im Juni voraussichtlich gegen Laportas früheren Vize und jetzigen Gegenspieler Sandro Rosell antreten.
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