Nach 17 Jahren ohne Titel gab es für den französischen Traditionsclub Olympique Marseille wieder Grund zum Feiern: Der Fußball-Verein mit den meisten Fans in Frankreich gewann den Ligapokal.
«Endlich eine Trophäe für Marseille», schrieb «Le Parisien». Im Endspiel setzte sich der Champions-League-Sieger von 1993 gegen Ligue-1-Meister und Titelverteidiger Girondins Bordeaux mit 3:1 (0:0) durch. Vor 75 000 Zuschauern im Pariser Stade de France brachten Souleymane Diawara (61.), Mathieu Valbuena (67.) und ein Eigentor von Mathieu Chalmé (77.) Marseille in der zweiten Hälfte auf die Siegerstraße. Für Bordeaux, das im Viertelfinale der Champions League auf Olympique Lyon trifft, traf Ludovic Sané in der 84. Minute nur noch zum 1:3.
Bordeaux-Coach Laurent Blanc, der das Trainer-Duell gegen Didier Deschamps - seinen Teamkollegen beim WM-Titelgewinn von 1998 - verlor, musste die Überlegenheit des Gegners anerkennen. «Marseille hat heute physisch mehr gemacht und den Titel mehr verdient als wir», sagte Blanc. Olympique sicherte sich die Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison. Den Fans soll der Pokal bei einer Fahrt durch Marseille im offenen Bus präsentiert werden. «Das ist eine Riesenfreude. Ich hoffe, dass dieser Titel uns auch für den Endspurt (in der Meisterschaft) motiviert», meinte Deschamps.
In der Ligue 1 liegt Marseille nach 28 von 38 Spielen mit 53 Punkten noch drei Zähler hinter Leader Bordeaux. Am Samstag bezwang Lyon Schlusslicht Grenoble im einzigen Meisterschaftsspiel 2:0 (0:0). Für den Serienmeister der Jahre 2002 bis 2008 trafen Michele Bastos (47.) und César Delgado (90.). Lyon schob sich mit 54 Punkten aus 30 Spielen vor Marseille auf Platz vier vor.