Beckham humpelt: WM-Maskottchen, dann Comeback
Turku (dpa) - 16.03.2010, 19:23 Uhr
David Beckham betritt mit Krücken das Krankenhaus in Turku.
Als David Beckham nach seiner Achillessehnen-OP auf Krücken humpelnd erste Gehversuche machte, schien seine fußballerische Zukunft bereits geklärt: Zuerst wird er als Maskottchen Englands Nationalmannschaft zur Fußball-WM begleiten und dann wohl nochmal ein Comeback wagen. «Ich denke positiv und konzentriere mich jetzt darauf, ganz gesund und fit zu werden in den nächsten Monaten», sagte Beckham, dessen Ehefrau Victoria mittlerweile in Finnland eingetroffen ist, voller Hoffnung, seine Karriere fortsetzen zu können. Allerdings benötigt «Becks» vorerst vor allem Geduld. «Einen Monat muss er sehr vorsichtig sein, dann vier Monate Lauftraining und dann zwei Monate Balltraining», meinte der finnische Chirurg Sakari Orava. Der Sportmediziner hatte den 34-Jährigen vom AC Mailand knapp 24 Stunden nach der schweren Verletzung beim Sieg bei Chievo Verona (1:0) in Turku die komplett durchgerissene linke Achillessehne wieder zusammengeflickt. Oravas Zeitrechnung bedeutet für Beckham: Nicht die geringste Aussicht auf die vierte WM-Teilnahme.
Englands italienischer Nationaltrainer Fabio Capello schickte dem 115-fachen Nationalspieler aus London wärmste Genesungswünsche ins kalte Turku im Südwesten Finnlands. Mitsamt einer Einladung, doch als «nicht spielendes Team-Mitglied» in Südafrika dabei zu sein. Und danach könne Beckham ab Herbst hoffentlich noch mal auflaufen: «Ich hoffe, er wird rechtzeitig fit für die EM-Qualifikation, denn er ist immer einer der besten Spieler für England.» Genau das aber stufte die englische Sportpresse fast einhellig als Höflichkeitsfloskel ein, die mit der fußballerischen Realität nichts mehr zu tun hat. Der «Guardian» meinte: «Beckhams Expertise mag fehlen, aber so grausam das klingt, es könnte für England fast besser sein, dessen Ära hinter sich zu lassen.» Auch Alt-Nationalspieler Gary Lineker sieht eher eine persönliche Tragödie als einen Verlust für England: «Ich glaube nicht, dass er in der Startelf gestanden hätte. Es war noch nicht mal sicher, dass er in den Kader kommt, dafür hätte er regelmäßig für den AC Mailand spielen müssen.» |