Vorteil Chelsea im englischen Titelkampf-Thriller
London (dpa) - 14.03.2010, 12:52 Uhr
Didier Drogba von Chelsea trainiert mit seiner Mannschaft.
Vorteil Chelsea im englischen Titelkampf-Thriller: Michael Ballack und die «Blues» sind in der Premier League nach dem ungefährdeten 4:1 über Stadt-Rivalen West Ham United weiter auf Titelkurs. Die West-Londoner (64 Punkte), nach dem 30. Spieltag zumindest für eine Nacht wieder Tabellenführer vor dem punktgleichen FC Arsenal, setzen Titelverteidiger Manchester United (63) gewaltig unter Druck. Und: Chelsea hat ein Spiel weniger absolviert als ManU und Arsenal, das Hull City knapp mit 2:1 bezwang. «Die Mannschaft steigert sich, aber es ist noch ein weiter Weg zum Titel», lobte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti und richtete seinen Fokus sofort auf das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions-League- Duell. Ballack und Co. müssen gegen Inter Mailand und Ancelottis Vor-Vor-Vor-Vorgänger Jose Mourinho das 1:2 aus dem Hinspiel drehen. «Wir stehen in einer sehr frühen Phase dieses Wettbewerbs gewaltig unter Druck. Das spürt man schon sehr deutlich», erklärte Ballack in einem Interview der Zeitschrift «Focus», «es ist allerdings eine Anspannung, die ich als positiv empfinde.»
In der Liga ließ Chelsea mit einem soliden Ballack und einem glänzend aufgelegten Florent Malouda, der zwei Tore vorbereitete und das dritte schoss, gegen West Ham United nichts anbrennen. Alex (16.), Didier Drogba (55./90.), der seine Bilanz mit dem «Doppelpack» auf 27 Tore schraubte, und Malouda (77.) trafen für die «Blues», während Scott Parker für die von Ex-Chelsea-Star Gianfranco Zola trainierten «Hammers» den zwischenzeitlichen Ausgleich markierte. «Das aufregendste Titelrennen seit Jahren», jubelte das Boulevardblatt «News of the World» über den engen Dreikampf acht Spieltage vor Saisonende. «Das könnte noch Arsenals Saison werden», munkelte das Sonntagsblatt «The Observer», nachdem die «Gunners» einmal mehr erst in der Nachspielzeit durch Nicklas Bendtner (90.+3 Minute) den knappen Sieg erkämpft hatten. Bei Arsenal kannte der Jubel nach dem glücklichen Sieg über Hull keine Grenzen. Andrej Arschawin gelang die Führung (14.), die Jimmy Bullard per Foulelfmeter aber prompt ausglich (29.). Obwohl Hull nach einer gelbroten Karte gegen George Boateng im zweiten Durchgang zu zehnt auskommen musste, mussten Arsenals Coach Arsène Wenger und die Fans bis in die Nachspielzeit zittern. «Wie andere auch dachte ich vor Weihnachten, dass wir aus dem Titelrennen sind», gestand Wenger, «aber nun sind wir mittendrin.»
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