«Seleção» zeigt mit Grafite wieder Fußball-Samba
London/São Paulo (dpa) - 03.03.2010, 15:23 Uhr
Der Wolfsburger Grafite (hinten) bediente Robinho mustergültig.
Auf Grafites Hacke ist immer noch Verlass: Dank eines Zauberzuspiels träumt der Stürmerstar vom VfL Wolfsburg wieder von der WM-Teilnahme mit Brasilien. Beim 2:0 der «Seleção» in London im Testspiel gegen Irland bereitete der 30-Jährige den zweiten Treffer (76.) durch Robinho per Hackentrick vor und ließ Erinnerungen wach werden an das «Tor des Jahres» vor knapp einem Jahr, als er mit seinem Hackentreffer zum 5:1 gegen Bayern München die Bundesliga verzauberte. Bei seinem Comeback für Brasilien nach fast fünfjähriger Abstinenz tanzte Grafite nun gleich wieder Fußball-Samba im Zusammenspiel mit Robinho und Kaká. «Ein ziemlich brasilianisches Tor», urteilte Robinho, der vom Geniestreich des Wolfsburgers zwölf Minuten nach dessen Einwechslung profitierte und sein WM-Ticket gesichert haben dürfte. Die Hoffnung auf Südafrika sind auch bei Grafite nach seinem gelungenem Comeback größer denn je. «Es war ein tolles Gefühl, wieder für mein Land zu spielen. Ich hoffe, dass ich einen guten Eindruck hinterlassen konnte, damit man sich bei der WM-Nominierung an mich erinnert», schrieb der 30-Jährige auf der VfL-Homepage. Sein bislang einziges Länderspiel hatte Grafite im April 2005 gegen Guatemala (3:0) bestritten und dabei gleich ein Tor erzielt.
Nach seiner Leistungsexplosion in den vergangenen zwei Wochen mit fünf Toren binnen drei Spielen gegen den FC Villarreal (2:2 und 4:1) und den FC Schalke (2:1) ist der Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison wieder in den Fokus von Nationalcoach Carlos Dunga geraten. «Mit dieser Ernennung ist der Traum zurückgekommen», hatte Grafite seine kurzfristige Berufung zum letzten Test Brasiliens vor der WM-Vorbereitung kommentiert. Auch in Irland hinterließ der Auftritt Eindruck. «Irland hypnotisiert vom Samba-Beat», titelte die «Irish Times». Der ehemalige Bundesliga-Trainer und jetzige Irland-Coach Giovanni Trapattoni räumte ein: «Wir haben zwei, drei leichte Fehler gemacht und ihnen zwei große Chancen gegeben, sie hätten noch mehr Tore machen können.» Dabei machte sein Team Brasilien das Leben vor der Pause mit schnellen, exakten Spielzügen und starkem Tordrang schwer. Irland knickte aber ein, als kurz vor der Halbzeitpause Keith Andrews einen Schuss Robinhos ins eigene Netz bugsierte. |